HomeNewsChronikBerlin: Regenbogenfahne vor Lokal angezündet - Staatsschutz ermittelt

Berlin: Regenbogenfahne vor Lokal angezündet – Staatsschutz ermittelt

Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg rissen Unbekannte eine Pride-Flagge von einer queeren Bar und zündeten sie auf offener Straße an. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Hinweis
Dieser Beitrag ist älter als 1 Jahr.

In der Nacht von Sonntag auf Montag kam es im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg zu einem mutmaßlich homophoben Vorfall. Wie die Polizei mitteilte, beobachtete ein 17-jähriger Zeuge gegen 1 Uhr eine vierköpfige Gruppe, die eine Regenbogenfahne vermutlich von der Fassade der „Tipsy Bear Bar“ in der Eberswalder Straße herunterriss.

Die Täter trugen die Pride-Fahne zur nahe gelegenen Kreuzung Eberswalder Straße/Ecke Schönhauser Allee. Dort zündeten sie die Fahne an, warfen sie zu Boden und traten auf sie ein. Währenddessen sollen die Täter nach Angaben des Zeugen beleidigende Äußerungen gerufen haben.

Täter fliehen vor Eintreffen der Polizei

Noch bevor die ersten Einsatzkräfte am Tatort eintrafen, flüchteten die vier mutmaßlichen Täter in verschiedene Richtungen. Eine sofort eingeleitete Fahndung der Polizei verlief bislang erfolglos.

Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin hat die weiteren Ermittlungen übernommen, da ein homophober Hintergrund vermutet wird. Hinweise zur Tat oder den Tätern nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Erst vor zwei Jahren war es in der „Tipsy Bear Bar“ zu einem mutmaßlichen Hassverbrechen gekommen. Damals hatten Unbekannte mehrere Gäste homophob beleidigt und im Lokal Reizgas versprüht. Zwei Männer wurden dabei verletzt.

Für Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten gibt es in Berlin eigene Ansprechpartner:innen

Angehörige sexueller Minderheiten, die Opfer von Hasskriminalität geworden sind, können in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin  online eine Anzeige aufgeben.

Bei der Berliner Polizei gibt es zudem zwei Ansprechpersonen für LGBTI . Damit soll Angehörigen sexueller Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.

Werbungspot_img