HomeNewsChronikFast 22 Jahre nach Mord an schwulem Kellner: Polizei hofft auf Durchbruch

Fast 22 Jahre nach Mord an schwulem Kellner: Polizei hofft auf Durchbruch

Mehr als 20 Jahre nach dem gewaltsamen Tod des Kellners Tino Werner in Bad Driburg setzen Ermittler erneut auf DNA-Spuren. Rund 120 Personen sollen nun Speichelproben abgeben.

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Im Mordfall Tino Werner, der seit fast 22 Jahren ungelöst ist, starten die Behörden einen neuen Versuch zur Aufklärung. Die Polizei Bielefeld führt derzeit eine DNA-Reihenuntersuchung durch. Ziel ist es, den bislang unbekannten Täter doch noch zu identifizieren. Der 29-jährige Barkeeper war im November 2003 tot in seiner Wohnung in Bad Driburg in Nordrhein-Westfalen aufgefunden worden. Er wurde laut Obduktion erdrosselt.

Die Ermittlungsgruppe „Cold Case“ geht davon aus, dass Werner seinen Mörder kannte. Der Täter nahm nach der Tat die Kellnergeldbörse mit etwa 150 Euro mit. Die Polizei spricht von einem Raubmord. Die Ermittlungen führten bislang zu keinem Ergebnis – trotz Phantombild und Hinweisen aus der Bevölkerung. Auch eine frühere DNA-Aktion im Umfeld des Opfers brachte keinen Treffer.

Neue DNA-Spuren wecken Hoffnung

Durch neue kleinteilige Analysen konnte nun bislang unentdecktes DNA-Material identifiziert werden. Dieses wurde bereits 2003 an der Leiche gesichert, aber erst jetzt mit modernen Verfahren sichtbar gemacht. Die neuen Spuren unterscheiden sich von den bisherigen und eröffnen neue Ermittlungsansätze.

Die zuständigen Beamt:innen nehmen deshalb die Ermittlungen mit aller Konsequenz wieder auf. Ihr Ziel ist es, den Täter jetzt zu überführen. Dafür wurden rund 120 Personen aus dem erweiterten Bekanntenkreis von Tino Werner zur Abgabe einer Speichelprobe aufgefordert. Auch Menschen, die bereits vor Jahren Proben abgegeben hatten, werden erneut kontaktiert. Alle damaligen Proben seien gesetzeskonform vernichtet worden, betont die Polizei.

Täter möglicherweise aus dem persönlichen Umfeld

Tino Werner lebte offen schwul und nutzte Datingportale, um Kontakte zu anderen Männern zu knüpfen. „Es kann sich um einen guten Bekannten, aber natürlich auch um einen flüchtigen Kontakt aus dem Internet gehandelt haben. Auch ein spontanes Kennenlernen an diesem Abend in der Bad Driburger Kneipenszene schließen wir nicht aus“, erklärt Markus Mertens, Leiter der Ermittlungsgruppe.

Auch Werners Fahrzeug – ein blauer Opel Astra – wurde nach der Tat in der Innenstadt von Bad Driburg gefunden, etwa 1,5 Kilometer von seiner Wohnung entfernt. Den genauen Fundort will die Polizei aus taktischen Gründen nicht nennen. Es sei möglich, dass der Täter über die Jahre sein Schweigen gebrochen und sich gegenüber Dritten geäußert habe.

Polizei bittet erneut um Hinweise – 10.000 Euro Belohnung

Die Polizei bittet nun erneut um Hinweise aus der Bevölkerung. Gesucht werden Personen, die Tino Werner damals kannten oder ihn zuletzt lebend gesehen haben. Wer Informationen zu möglichen Kontaktpersonen hat oder sich an Gespräche über die Tat erinnert, wird gebeten, sich zu melden.

Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat für entscheidende Hinweise eine Belohnung von 3.000 Euro ausgelobt. Aus dem privaten Umfeld des Opfers kamen weitere 7.000 Euro hinzu – insgesamt stehen 10.000 Euro für Hinweise zur Verfügung, die zur Aufklärung des Falls führen. Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Bielefeld unter der Telefonnummer +49/(0)521/545-0 entgegen.

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