HomeNewsSportGus Kenworthy: Mit 33 zurück auf die Olympia-Piste

Gus Kenworthy: Mit 33 zurück auf die Olympia-Piste

Drei Jahre nach seinem Karriereende startet der offen schwule Freeskier Gus Kenworthy ein Comeback – Ziel sind die Winterspiele 2026 in Italien.

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Gus Kenworthy will es noch einmal wissen: Der 33-jährige Freestyle-Skifahrer kehrt in den Spitzensport zurück. Sein Ziel sind die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina. Nach über drei Jahren Pause und einem offiziell verkündeten Rücktritt startet der gebürtige Brite erneut durch – und das auf eigene Kosten.

„Ich habe das Skifahren vermisst“

„Nachdem ich einen Schritt zurückgemacht hatte, wurde mir klar, dass ich das Skifahren vermisse und wirklich wieder an Wettkämpfen teilnehmen möchte“, sagte Kenworthy in einem Interview mit dem Sportsender ESPN . Er habe lange gezögert, ob er nach dreieinhalb Jahren Pause überhaupt zurückkehren könne.

„Aber ich wusste, dass ich nach es nach siebeneinhalb Jahren definitiv nicht mehr schaffen würde“, so Kenworthy selbstkritisch. „Also: Es sind diese Olympischen Spiele oder gar keine. Diese Gelegenheit werde ich nie wieder haben.“

Kenworthy, der als Kind von Großbritannien in die USA zog, trat 2014 und 2018 für das US-Team an. 2022 startete er dann erstmals für Großbritannien und beendete nach den Spielen in Peking seine Karriere – zumindest vorübergehend. Jetzt will er wieder für das britische Team antreten.

Motivation: Unvollendetes Kapitel

Seine Entscheidung zur Rückkehr hängt auch mit den Olympischen Spielen in China zusammen. Dort konnte er seinen geplanten Lauf nicht wie gewünscht zeigen. „Ich hatte bereits angekündigt, dass es mein letzter Wettkampf sein würde. Ich war bereit aufzuhören und bin mit erhobenem Haupt gegangen – aber es war nicht das, was ich wollte“, sagte er. Dieses unvollendete Kapitel ließ ihn nicht los.

Die letzten Jahre widmete Kenworthy dem Schauspiel und der Wohltätigkeitsarbeit. Er war unter anderem in „American Horror Story“ zu sehen. Dazwischen hat er uns mit sexy Bildern verwöhnt. Doch der Sport ließ ihn nie ganz los: „Ich wusste irgendwann nicht mehr, was ich antworten soll, wenn mich jemand fragt, was ich mache“, erzählt er. „Alles andere als ‚Ich bin Ski-Profi‘ fühlte sich falsch an, wenn ich es sagte.“

Comeback ohne Fördermittel – aber mit Ehrgeiz

Sein Comeback finanziert der Olympiasilbermedaillengewinner von 2014 selbst. Team GB habe ihm zwar Unterstützung zugesagt, jedoch keinerlei Budget zur Verfügung gestellt, so Kenworthy. Sein erstes Training nach fast vier Jahren absolvierte er beim Pro Camp in Mammoth Lakes, Kalifornien. Schon dort landete er erste Tricks, darunter ein „Double Cork“.

„Ich war ehrlich gesagt nervös“, gab er offen zu. „Es ist eine jüngere Generation jetzt. Ich fragte mich: Bin ich realistisch oder einfach nur verrückt?“ Doch sobald er wieder im Schnee stand, wusste er: „Es fühlte sich so gut an. Und es fühlte sich so richtig an.“

Vier Wettkämpfe zur Qualifikation geplant

Gus Kenworthy plant, an vier Weltcup-Wettbewerben teilzunehmen, um sich für das britische Olympia-Team zu qualifizieren. Sein erster Start soll im Dezember in China erfolgen. Zwei Top-30-Platzierungen sind nötig.

Im Sommer trainiert er weiter in Mount Hood im US-Bundesstaat Oregon sowie in Neuseeland und im Schweizerischen Saas Fee. Sein Ziel ist klar: „Ich will eine Medaille. Ich weiß nicht, wie ich es sonst sagen soll“, sagt Kenworthy. Gleichzeitig betont er: „Wenn ich bei den Spielen meinen Lauf stehe, wird sich das wie Erfolg anfühlen – egal, ob ich auf dem Podium lande.“

Verletzungsangst bleibt

Trotz seines Optimismus bleibt eine Sorge: Kopfverletzungen. Vor den Spielen in Peking hatte Kenworthy zwei schwere Gehirnerschütterungen erlitten, dazu kam eine COVID-Erkrankung. Über ein Jahr litt er unter Schwindel, Übelkeit und Erschöpfung. „Wir wussten nicht, ob es COVID oder die Gehirnerschütterungen waren“, sagte er. „Es hat meine Olympia-Erfahrung völlig getrübt.“

Doch der Wunsch nach einem würdigen Abschluss seiner sportlichen Laufbahn treibt ihn an. „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich zurückkomme, weil ich sonst nicht weiß, wer ich bin“, so Kenworthy: „Ich mache das, weil ich es noch kann – und weil ich es will.“

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