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Von Wien bis Oberwart: Diese Städte rittern (bis jetzt) um den ESC 2026

Nach dem Sieg von JJ steht fest: Der Eurovision Song Contest 2026 findet in Österreich statt. Mehrere Städte buhlen bereits um die Austragung – allen voran Wien, Graz und Innsbruck. Die Entscheidung liegt beim ORF.

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Nach dem Sieg von JJ beim 69. Eurovision Song Contest in Basel beginnt in Österreich das Ringen um den Austragungsort für das nächste Jahr. Es wäre das dritte Mal nach 1967 und 2015, dass das internationale Musikspektakel in der Alpenrepublik Station macht. Obwohl die finanziellen Herausforderungen beträchtlich sind, sehen viele Städte in der Veranstaltung eine einmalige Chance – nicht nur für die Kultur, sondern auch für die lokale Wirtschaft.

Wien mit ESC-Erfahrung

„Wien ist bereit, auch diesmal Bühne Europas zu sein“, erklärte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Er verweist auf die Erfahrungen aus dem Jahr 2015, als der ESC bereits erfolgreich in der Wiener Stadthalle über die Bühne ging. Damals investierte die Stadt rund 8,1 Millionen Euro in die Modernisierung der Halle, die damals 16.000 Gäste fasste.

Auch diesmal wäre man technisch und organisatorisch vorbereitet, so Stadthallen-Chef Matthäus Zelenka: „Selbstverständlich sind wir in der Lage, den Eurovision Song Contest 2026 auf höchstem Niveau auszutragen.“ Finanzstadtrat Christoph Maschek betont allerdings, dass die Bewerbung „eine Frage des Budgets“ sei. Neben der Finanzierung müsse man vor allem Sicherheitsfragen klären.

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Graz bringt sich erneut in Stellung

Auch die steirische Landeshauptstadt Graz meldete bereits Interesse an. Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) sieht in Graz mit der rund 11.000 Zuschauer fassenden Stadthalle eine geeignete Infrastruktur: „Graz hat das Know-how, um Großveranstaltungen durchzuführen.“ Eine Bewerbung soll im Stadtsenat diskutiert werden. SPÖ-Graz-Chefin Doris Kampus kündigte zudem eine politische Initiative zur Unterstützung des Projekts an.

Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) zeigte sich offen, mahnte jedoch zur Vorsicht: „Es sind noch viele offene Fragen zu klären.“ Die Kosten müssten für das Land tragbar bleiben.

Innsbruck: „Österreich ist größer als nur Wien“

Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA – Jetzt Innsbruck) bringt die Olympiahalle ins Spiel. Sie bietet Platz für bis zu 12.000 Zuschauer und war bereits 2015 unter den Finalisten. „Österreich ist größer als nur Wien“, so Anzengruber.

Er bringt außerdem eine mögliche „alpin-urbane Neuinszenierung“ mit einem Event auf der Seegrube über Innsbruck ins Spiel. Gemeinsam mit dem Tourismusverband und den Betreibern der Olympiahalle arbeite man bereits an einem umfassenden Angebot.

Auch kleinere Städte mischen mit

Neben den großen Städten überraschten auch kleinere Gemeinden mit ihren Bewerbungen. Oberwart, die drittgrößte Stadt im Burgenland, sieht sich bereit. Bürgermeister Georg Rosner (ÖVP) nannte als einzige Schwäche die Quartierfrage, verwies aber auf nahe gelegene Orte wie Stegersbach und Bad Tatzmannsdorf.

Wels plant derweil mit seiner neuen Messehalle, die im März 2026 fertig werden soll. Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ) bestätigte eine Bewerbung: „Wir investieren rund 30 Millionen Euro – Wels möchte sich jedenfalls bewerben.“

Klare Vorgaben der EBU

Der Veranstalter, die Europäische Rundfunkunion (EBU), stellt klare Anforderungen: Neben einer Halle mit ausreichender Kapazität sind umfangreiche Flächen für Backstage, Medienzentrum und Künstlerbereich notwendig. Auch Hotels spielen eine große Rolle – in Malmö vor zwei Jahren waren es mindestens 3.500 Betten. Außerhalb Wiens könnte dies zur logistischen Herausforderung werden.

Klagenfurt und Salzburg haben daher bereits abgesagt. In Klagenfurt wären zu kostspielige Umbauten nötig, Salzburg sieht sich außerstande, die Finanzierung und Infrastruktur zu stemmen. „Es ist bei uns einfach nicht möglich“, erklärte Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ).

ESC als Wirtschaftsmotor

Trotz der hohen Kosten – Basel kalkulierte den ESC 2025 mit rund 64 Millionen Euro – sehen viele Akteure den Song Contest als große wirtschaftliche Chance. Tourismusstaatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) verweist auf Wien 2015: „Über 100.000 Gäste, rund 30 Millionen Euro Umsatz, internationale Aufmerksamkeit – das sind Größenordnungen, die auch 2026 wieder möglich wären.“

Die Entscheidung, wo der ESC 2026 stattfindet, trifft der ORF bis Herbst. Bis dahin läuft der Wettlauf der Städte weiter.

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