Der bekannte amerikanische Pornodarsteller Colton Ford, der mit bürgerlichem Namen Glenn Soukesian hieß, ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Nach übereinstimmenden Berichten aus seinem persönlichen Umfeld kam er am 19. Mai 2024 bei einem Wanderunfall in Palm Springs ums Leben. Eine offizielle Bestätigung der Todesursache liegt noch nicht vor.
Ford wurde im Oktober 1962 in Pasadena, Kalifornien, geboren. Erst im Alter von 40 Jahren startete er im Jahr 2001 seine Karriere in der Erotikindustrie – ein später Einstieg, dem jedoch ein bemerkenswerter Werdegang folgte. In den folgenden zwei Jahrzehnten drehte er für bekannte Studios wie Falcon Studios, Mustang, All Worlds, MRS Releasing und RawFuckClub.
Karriere mit Auszeichnung
Bereits zwei Jahre nach seinem Einstieg wurde Ford 2003 mit dem GayVN Award als „Gay Performer of the Year“ ausgezeichnet – eine der höchsten Ehrungen der Branche. Die Auszeichnung teilte er sich mit Darsteller Michael Brandon. Ford galt in der Szene als charismatisch, authentisch und professionell.
Neben klassischen Studio-Produktionen war Ford in späteren Jahren auch auf Plattformen wie OnlyFans aktiv. Viele Fans schätzten seine Offenheit, seine Wandelbarkeit und seinen direkten Kontakt zur Community.
Sänger mit Clubsound und Botschaft
Colton Ford war auch als Musiker erfolgreich. 2008 erschien sein erstes Album „Tug of War“, gefolgt von „Under the Gloves“ (2009) und „The Way I Am“ (2013). Sein letztes Werk „Permission“ wurde im Oktober 2023 veröffentlicht. Ford kombinierte elektronische Clubbeats mit persönlichen Texten und positionierte sich in seiner Musik offen als schwuler Mann.
Seine Stimme und Präsenz führten ihn unter anderem auf Cyndi Laupers „True Colors Tour“ im Jahr 2008. Auch in Musikvideos, darunter Laupers „Into the Nightlife“, trat er auf.
Neben der Musik und der Pornografie war Ford auch schauspielerisch aktiv. Im Jahr 2005 dokumentierte der Film „Naked Fame“ seinen Versuch, von der Pornoindustrie in die Musikszene zu wechseln – ein offener Einblick in seine persönlichen und beruflichen Herausforderungen.
Abschied aus der Community
Nach der Todesnachricht äußerten sich viele Weggefährten tief betroffen. Regisseur und Dragqueen Chi Chi LaRue schrieb auf Facebook: „Ich bin so schockiert und traurig, vom plötzlichen Tod meines Freundes und Idols Glen alias Colton Ford zu berichten. Du wirst vermisst! Sing weiter im Himmel!“
Auch Pornodarsteller Dallas Steele meldete sich mit einem persönlichen Nachruf zu Wort: „Glenn war so ein wunderbarer Geist. Immer voller Ideen, immer optimistisch. Ich werde ihn und sein strahlendes Lächeln vermissen.“ Steele erinnerte an gemeinsame Aufnahmen für OnlyFans und ein gemeinsames erotisches Fotoshooting im Jahr 2023 mit dem inzwischen ebenfalls verstorbenen Fotografen Jay Jorgensen.
Tim Wood, ebenfalls aus der Branche, beschrieb Ford als „brillanten Künstler, der immer ein Lied im Herzen hatte – süß, witzig, sarkastisch und hoffnungslos gutaussehend“.
Ein Verlust für queere Kultur und Sichtbarkeit
Colton Ford ist eine weitere prominente Persönlichkeit der Gay-Erotikszene, die in diesem Jahr verstorben ist. Bereits im März war der deutsche Darsteller Tim Kruger tödlich verunglückt, im April folgte der US-Pornostar Damien Stone mit nur 32 Jahren.
Ford hinterlässt ein vielseitiges Werk zwischen queerer Sichtbarkeit, Musik, Film und Körperlichkeit. Er galt als jemand, der offen mit seiner Sexualität umging und keine Angst hatte, Grenzen zwischen Genres und Identitäten zu überschreiten.

