HomeStars & PromisEurovision Song ContestJJ fordert ESC 2026 in Wien – ohne Israel

JJ fordert ESC 2026 in Wien – ohne Israel

Der österreichische ESC-Sieger Johannes Pietsch, bekannt als JJ, spricht sich für einen Ausschluss Israels beim kommenden Eurovision Song Contest aus. Auch das Televoting gerät zunehmend in die Kritik.

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Nach seinem Sieg beim Eurovision Song Contest (ESC) 2025 in Basel hat der österreichische Sänger JJ für Aufsehen gesorgt. In einem Interview mit der spanischen Zeitung El País äußerte der 24-jährige Opernsänger deutliche Kritik an der Teilnahme Israels. „Ich würde mir wünschen, dass der Eurovision Song Contest nächstes Jahr in Wien stattfindet – und ohne Israel“, sagte der Wiener, der mit bürgerlichem Namen Johannes Pietsch heißt. Die Teilnahme Israels nannte er „sehr enttäuschend“.

Kritik an der Abstimmung – Israel dominiert im Televoting

Pietsch bemängelte auch das diesjährige Televoting. Dieses war bereits im Vorfeld von mehreren Delegationen, darunter Spanien und Belgien, scharf kritisiert worden. Israel erhielt vom Publikum 297 Punkte und schob sich dadurch vom 15. auf den zweiten Platz. „Dieses Jahr war das alles sehr seltsam“, kommentierte JJ die Abstimmung. Im Juryvoting, das JJ zum Sieg verhalf, schnitt Israel deutlich schlechter ab.

Die spanische Rundfunkanstalt RTVE forderte bereits eine Überprüfung des Televotings. Man vermute, dass die aktuellen militärischen Konflikte das Ergebnis beeinflusst hätten. Auch andere Länder wollen sich dieser Forderung anschließen. Der belgische Sender VRT hatte sogar mit einem Rückzug vom Wettbewerb gedroht, sollte es keine Aufklärung geben.

ESC-Direktor Martin Green kündigte laut Europäischer Rundfunkunion (EBU) Gespräche mit den teilnehmenden Sendern an. Man wolle alle Aspekte des Wettbewerbs besprechen und Feedback in die Planung für den ESC 2026 einfließen lassen.

Vergleich Israels mit Russland: „Beide provozieren Krieg“

In einem weiteren verstörenden Vergleich zog JJ Parallelen zwischen der militärischen Offensive Israels im Gazastreifen und dem russischen Angriff auf die Ukraine. Beide Staaten seien „Aggressoren“ und hätten Kriege provoziert. Während Russland seit 2022 vom ESC ausgeschlossen ist, durfte Israel auch 2025 am Wettbewerb teilnehmen. Diese Ungleichbehandlung stößt bei JJ auf Unverständnis.

Und JJ ist mit seiner Meinung nicht allein. Auch der Schweizer ESC-Gewinner von 2024, Nemo, forderte öffentlich einen Ausschluss Israels. Zudem unterzeichneten 70 ehemalige ESC-Teilnehmer einen offenen Brief, in dem sie sich ähnlich äußerten.

„Wir Künstler können uns nur dazu äußern“, betonte JJ gegenüber El País. Die Entscheidung liege bei der EBU. Diese organisiert den Wettbewerb seit 1956 und vereint Dutzende öffentlich-rechtliche Sender Europas.

JJ über Identität, queeres Leben und Regeln beim ESC

Im selben Interview sprach JJ auch über seine queere Identität. Der Sänger, der in Dubai aufgewachsen ist, sagte, er habe erst nach seiner Rückkehr nach Wien ein freieres Leben führen können. Er kritisierte außerdem, dass ESC-Teilnehmer keine Regenbogenfahnen auf der Bühne zeigen durften. Er selbst habe versucht, eine Pride-Flagge in der Hosentasche auf die Bühne zu schmuggeln, sei jedoch in letzter Minute daran gehindert worden.

JJ betont, er wolle seine Plattform beim ESC nutzen, um für mehr Gleichberechtigung und Sichtbarkeit einzutreten. „Europa wird immer konservativer. Es ist sehr enttäuschend, aber wir müssen etwas tun“, sagte er.

Israel auf Platz zwei – Auftritt mit emotionalem Hintergrund

Für Israel trat die Sängerin Yuval Raphael an. Sie überlebte den Terroranschlag auf das Nova-Musikfestival am 7. Oktober 2023. Ihr Song „New Day Will Rise“ erreichte Platz zwei, getragen vom starken Zuspruch des Publikums. Die Jury dagegen bewertete den Beitrag deutlich zurückhaltender.

Seit Beginn des Kriegs im Gazastreifen haben sich weltweit zahlreiche Künstler und Organisationen zur Teilnahme Israels beim ESC geäußert. In Basel demonstrierten erneut Menschen gegen die israelische Teilnahme. Die Diskussion um Politik und Kultur beim Eurovision Song Contest bleibt damit auch nach dem Wettbewerb hochaktuell.

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