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Pride in St. Pölten: Lauter Protest für Vielfalt und Menschenrechte

Am Samstag wird die Innenstadt von St. Pölten zum Zentrum der LGBTI-Bewegung in Niederösterreich: Mit rund 2.000 Teilnehmenden will die Parade ein kraftvolles Zeichen gegen Diskriminierung und für gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen.

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St. Pölten zeigt Farbe: Am Samstag, dem 24. Mai, zieht die Regenbogenparade wieder durch das Stadtzentrum. Die Veranstaltung, organisiert vom Verein St. Pride, versteht sich als Mischung aus Feier und politischer Kundgebung. „Wir feiern zwar, aber es ist immer noch eine politische Demonstration“, betont Tris Endl, stellvertretende Obmensch des Vereins.

Im Fokus stehen die Werte „Support, Solidarität und Zivilcourage“. Das Motto ist laut Veranstalter ein Appell, angesichts zunehmender Diskriminierung und Hassverbrechen gegen queere Menschen nicht zu schweigen. „Pride-Veranstaltungen sind heute wichtiger denn je“, erklärt Endl im Gespräch mit dem ORF Niederösterreich .

Route quer durch die Innenstadt

Startpunkt der Parade ist der Domplatz. Von dort ziehen die Teilnehmenden laut und bunt durch das Herz der Stadt in Richtung Landhaus. Unterwegs gibt es mehrere Redebeiträge, die auf die politischen Forderungen der LGBTI-Community aufmerksam machen. „Unsere Stimmen sollen in der Landespolitik Gehör finden“, so Endl.

Die Abschlusskundgebung findet ebenfalls am Domplatz statt. Hier treten queere Künstlerinnen und Künstler wie AYGYUL, GATAFIERA, Madame Lea und Discount Liquor auf. Zusätzlich gibt es Infostände von Organisationen, kostenlose Testangebote für sexuell übertragbare Krankheiten sowie Raum für Austausch und Information.

Historischer Hintergrund und aktueller Anlass

Die Ursprünge der Pride-Bewegung liegen in den Stonewall-Unruhen von 1969 in New York. Damals protestierten queere Menschen gegen Polizeigewalt und Diskriminierung. In Erinnerung an diese Ereignisse findet weltweit im Juni der sogenannte Pride Month statt. Auch in St. Pölten wird dieser historische Kontext ernst genommen: Eine Schweigeminute während der Parade gedenkt der Opfer von AIDS, HIV und queerfeindlicher Gewalt.

„Wir wollen all jenen eine Stimme geben, die ihr ganzes Leben lang unterdrückt wurden oder gar nicht die Möglichkeit hatten, sich zu outen“, erklärt Oskar Beneder, Obmensch von St. Pride. Der Verein organisiert die Veranstaltung in diesem Jahr bereits zum vierten Mal.

Schon in den Tagen vor der eigentlichen Parade läuft die sogenannte Pride Week. Vom 19. bis 23. Mai finden in der Stadt verschiedene Veranstaltungen statt – darunter Lesungen, ein Karaokeabend, ein Drag-Workshop und ein ökumenischer Pride-Gottesdienst. Alle Programmpunkte sind auf der Website des Vereins abrufbar.

Gemeinsam gegen Rückschritt

Die Veranstalter:innen zeigen sich über das wachsende Interesse erfreut: Im Vorjahr kamen etwa 1.800 Menschen zur Parade – heuer werden über 2.000 erwartet. „Alle Menschen, die Vielfalt und Respekt leben, sind eingeladen mitzumachen“, so Endl. Besonders willkommen seien auch „Allys“, also cis-heterosexuelle Personen, die sich solidarisch mit queeren Menschen zeigen.

Zum Abschluss des Tages steigt das After-Pride-Clubbing am Rathausplatz sowie im Club 3 des Cinema Paradiso – ein bunter Ausklang nach einem ebenso bunten wie bedeutsamen Tag.

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