HomeStars & PromisEurovision Song ContestZweifel am ESC-Televoting: Israel-Sieg beim Publikum sorgt für Wirbel

Zweifel am ESC-Televoting: Israel-Sieg beim Publikum sorgt für Wirbel

Nach dem zweiten Platz Israels beim Eurovision Song Contest 2025 mehren sich internationale Zweifel am Televoting-System. Mehrere Rundfunkanstalten fordern Aufklärung – auch wegen auffälliger Zahlen und möglicher Einflussnahme durch politische Konflikte.

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Die israelische Sängerin Yuval Raphael sicherte sich beim ESC-Finale in Basel durch das Publikumsvoting den Spitzenplatz – mit satten 297 Punkten. In der Gesamtwertung landete sie damit auf Rang zwei hinter Österreichs JJ. Die Jury-Wertungen hatten Israel lediglich auf Rang 15 gesehen. Dieser deutliche Kontrast ruft nun Kritiker auf den Plan.

Vor allem Spaniens öffentlich-rechtlicher Sender RTVE äußerte offen Zweifel am Voting-Ergebnis. Die Anstalt beantragte eine offizielle Prüfung bei der Europäischen Rundfunkunion (EBU), die den ESC veranstaltet. „Das Televoting wurde möglicherweise durch aktuelle militärische Konflikte beeinflusst“, heißt es in einer Stellungnahme. Das gefährde den kulturellen Charakter des Wettbewerbs.

Belgien kritisiert auffällige Anruferzahlen

Besonders deutlich wird die Kritik in Belgien. Der öffentlich-rechtliche Sender VRT meldete Auffälligkeiten bei den Abstimmungszahlen: Obwohl beim Finale rund 698.000 Personen zusahen, wurden über 200.000 Anrufe registriert. Zwölf Punkte – also die Höchstwertung – gingen aus Belgien an Israel.

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VRT forderte eine detaillierte Aufstellung der geheimen Abstimmungsdaten von der EBU. Man wolle sicherstellen, dass das Voting tatsächlich ein realistisches Abbild der Zuschauermeinung darstellt. Hinweise auf eine fehlerhafte Auszählung gebe es nicht, aber das derzeitige System werfe Fragen auf, so der Sender.

ESC-Direktor verteidigt das System

ESC-Direktor Martin Green nahm Stellung zur Debatte. „Wir nehmen die Bedenken ernst, aber das Abstimmungsverfahren ist eines der fortschrittlichsten der Welt“, sagte er. Die deutsche Firma Once, die seit Jahren für das Televoting zuständig ist, habe bestätigt, dass alle Ergebnisse korrekt gemeldet wurden.

Laut Green werden alle Muster systematisch überprüft, um etwaige Unregelmäßigkeiten oder Manipulationsversuche auszuschließen. Nach Abschluss des Wettbewerbs wolle man das Feedback der teilnehmenden Sender aufnehmen und für den ESC 2026 in die Planungen einfließen lassen.
Forderung nach Transparenz wächst

Breite Diskussion um das Televoting

Neben Spanien und Belgien signalisieren laut Medienberichten auch weitere Länder ihre Unterstützung für eine Überprüfung. Details zu den intern vergebenen Punkten der Jury sind öffentlich, das Televoting hingegen wird nur in aggregierter Form veröffentlicht.

Die Diskussion um das Televoting wird von der politischen Lage zusätzlich angeheizt: Dass Israels Sängerin als Überlebende des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 öffentlich vorgestellt wurde, sehen Kritiker als gezielte Emotionalisierung, die das Abstimmungsverhalten beeinflusst haben könnte.

EBU verspricht Untersuchung

In einer ersten Stellungnahme erklärte die EBU, dass das Abstimmungssystem des weltweit meistbeachteten Musikwettbewerbs mehrere Sicherheitsebenen zum Schutz vor Manipulationen umfasse.

Beim Publikumsvoting zeige sich immer wieder, dass es eine besondere Motivation der jeweiligen Communities und Diasporas gebe, für bestimmte Teilnehmerländer zu stimmen. Im Juni soll untersucht werden, welche externen Faktoren beim diesjährigen Song Contest eine Rolle gespielt haben.

Dabei solle auch untersucht werden, welche Rolle Internetwerbung für Israel gespielt habe. Eine solche Werbung sei nach den Regeln erlaubt, es müsse nun aber sichergestellt werden, dass sie die natürliche Mobilisierung nicht unverhältnismäßig beeinträchtige.

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