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Kalifornien ändert Sportregeln nach Trumps Drohung wegen trans Athletin

Nach einer öffentlichen Drohung von Ex-Präsident Donald Trump passt Kalifornien die Regeln für seine Leichtathletikmeisterschaften an – die betroffene trans Schülerin darf dennoch starten.

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Die kalifornische Schul-Sportbehörde CIF (California Interscholastic Federation) hat kurzfristig ein neues Qualifikationsverfahren für die diesjährigen Staatsmeisterschaften in der Leichtathletik eingeführt. Die Entscheidung folgte nur wenige Stunden, nachdem Donald Trump über sein soziales Netzwerk Truth Social gedroht hatte, dem Bundesstaat Fördermittel zu streichen, falls eine trans Schülerin nicht vom Wettbewerb ausgeschlossen werde.

Neuer „Pilotprozess“ soll Fairness sichern

Die CIF teilte am Dienstag mit, dass künftig auch cisgeschlechtliche Athletinnen, die bei den Vorausscheidungen knapp gescheitert sind, nachrücken dürfen – vorausgesetzt, ihr Ausscheiden stehe im Zusammenhang mit der Teilnahme einer trans Athletin. Das Pilotprogramm gilt für die Staatsmeisterschaften am 30. und 31. Mai in Clovis.

„Die CIF steht zu ihrer Mission, allen Schüler:innen Teilhabe, Verbindung und Wettbewerb zu ermöglichen – im Einklang mit kalifornischem Recht“, hieß es in einer offiziellen Erklärung. Der neue „Pilot Entry Process“ diene dem Ziel, gerechte Teilnahmemöglichkeiten für alle Sportler:innen zu schaffen.

Trumps Attacke sorgt für Druck

Trump hatte am Dienstagmorgen in einem Beitrag geschrieben, eine „umgewandelte männliche Athletin“ habe sich „praktisch unschlagbar“ für das Finale qualifiziert. Er nannte dabei keine Namen, doch Medienberichte identifizieren eine 17-Jährige als betroffene Sportlerin. Sie hatte kürzlich zwei Titel im Weitsprung und Dreisprung der Mädchen gewonnen.

Trump bezeichnete die Situation als „erniedrigend für Frauen und Mädchen“ und drohte mit einem dauerhaften Einfrieren von Bundesmitteln, sollte seine Anti-Trans-Verordnung nicht befolgt werden. Zudem kündigte er an, mit Gouverneur Gavin Newsom über das Thema zu sprechen.

Regierung Newsom: Entscheidung fiel vor Trumps Post

Ein Sprecher von Gouverneur Newsom wies darauf hin, dass die Entscheidung zur Regeländerung bereits vor Trumps Beitrag getroffen wurde. „CIFs Vorschlag ist ein respektvoller Weg, ein komplexes Thema zu behandeln, ohne die sportliche Fairness zu kompromittieren“, erklärte Izzy Gardon, Kommunikationsdirektorin des Gouverneurs. „Der Gouverneur begrüßt diesen überlegten Ansatz.“

Newsom hatte sich in den letzten Monaten mehrfach zum Thema geäußert. Im März wurde er kritisiert, nachdem er sich in einem Podcast gegen die Teilnahme von trans Athletinnen ausgesprochen hatte. Im April erklärte er bei einer Pressekonferenz, dass das Thema „von der Rechten massiv instrumentalisiert“ werde, zeigte sich aber offen für eine Lösung „mit Würde und Menschlichkeit“.

Kritik und politische Reaktionen

Die Reaktionen auf den neuen Ansatz fallen gespalten aus. Während die kalifornische Regierung betont, dass das Pilotprogramm bereits vor Trumps Einmischung vorbereitet worden sei, sehen konservative Stimmen darin einen politisch motivierten Rückzug. Der republikanische Senator Brian Jones warf Newsom vor, lediglich sein Gesicht wahren zu wollen.

„Newsom versucht in letzter Minute, die Regeln umzuschreiben – nicht um Mädchen zu schützen, sondern um peinliche Schlagzeilen zu vermeiden“, sagte Jones.

Unterdessen bleibt unklar, wie viele Sportlerinnen von der neuen Regel profitieren könnten. Auch offen ist, ob der „Pilot Entry Process“ über dieses Jahr hinaus Bestand haben wird oder wie künftig zwischen biologischem und sozialem Geschlecht unterschieden werden soll. Die CIF äußerte sich dazu bisher nicht weiter.

Rechtlicher Hintergrund und Zukunft der Regelung

Kalifornien hatte bereits 2013 unter Gouverneur Jerry Brown ein Gesetz verabschiedet, das trans Jugendlichen das Recht einräumt, in Sportteams gemäß ihrer Geschlechtsidentität zu spielen. Das Gesetz steht seitdem regelmäßig im Fokus politischer Auseinandersetzungen, vor allem von konservativer Seite.

Wie sich die Situation weiterentwickelt und ob es auf Bundesebene zu Reaktionen kommt, bleibt vorerst abzuwarten. Fest steht jedoch: Die betroffene Athletin wird bei den Meisterschaften am kommenden Wochenende antreten – und das unter besonderer öffentlicher Beobachtung.

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