Die Organisator:innen der Budapest Pride zeigen sich unbeeindruckt vom offiziellen Verbot durch das im März beschlossene Veranstaltungsverbot. Sie planen für den 28. Juni einen der sichtbarsten Pride-Märsche Europas. Sie laden gezielt Aktivist:innen, Unterstützer:innen und Freund:innen aus aller Welt zur Teilnahme ein. „Unsere Botschaft ist klar: Gleichheit und Freiheit sind nicht verhandelbare europäische Werte“, heißt es in einer Erklärung der Veranstalter.
Internationales Team soll Unterstützung leisten
Um die Teilnahme für ausländische Gäste zu erleichtern, haben die Organisator:innen ein spezielles Koordinationsteam eingerichtet. Über die E-Mail-Adresse international@budapestpride.hu können sich Interessierte anmelden und Fragen stellen. Das Team bietet Unterstützung bei Unterkunft, Sicherheit, Logistik und gibt praktische Tipps.
Im Zeitraum vom 6. bis 29. Juni ist ein umfassendes Begleitprogramm mit mehr als 70 Veranstaltungen geplant. Besonders im Fokus steht eine internationale Menschenrechtskonferenz vom 25. bis 27. Juni an der Central European University. Den Abschluss bildet die große „Rainbow Party“, die als größte LGBTI-Feier Ungarns angekündigt ist.
Veranstalter zweifeln Durchsetzbarkeit von Geldstrafen an
Obwohl auch das österreichische und das deutsche Außenministerium vor möglichen Strafen warnen, gehen die Organisator:innen davon aus, dass Geldbußen von ungarischen Behörden nicht außerhalb Ungarns durchgesetzt werden können. Sie rufen Teilnehmende dazu auf, Geldstrafen nicht vor Ort zu akzeptieren. „Wer unterschreibt, erkennt die Strafe an und kann sie nicht mehr anfechten“, betonen sie.
Das Organisationsteam macht deutlich, dass eine Festnahme gesetzlich nicht zulässig sei. Außerdem werde die internationale Aufmerksamkeit dafür sorgen, dass sich Polizei und Behörden an gesetzliche Vorgaben halten. Die Veranstalter hoffen, dass der diesjährige CSD zum größten und sichtbarsten Pride-Marsch der ungarischen Geschichte wird.

