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Kolumbien: Italiener über Grindr in Falle gelockt, getötet und zerstückelt

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Ein tragisches Verbrechen erschüttert derzeit Kolumbien und die internationale LGBTI-Community. Der aus Italien stammende Wissenschaftler Alessandro Coatti, der zuletzt in London lebte, wurde Anfang April in Santa Marta ermordet aufgefunden. Die kolumbianische Polizei vermutet, dass Coatti gezielt über die Dating-App Grindr kontaktiert und anschließend Opfer eines Raubmords wurde.

Opfer in mehreren Koffern gefunden

Der 38-Jährige war am 4. April zuletzt lebend gesehen worden, als er seine Unterkunft in der kolumbianischen Küstenstadt Santa Marta verließ. Zwei Tage später entdeckten Anwohner in der Nähe des Stadions Sierra Nevada einen Koffer mit Coattis Kopf, Händen und Füßen. Weitere Körperteile tauchten am Folgetag unter der Minuto-de-Dios-Brücke auf, seine Beine wurden am 8. April in einem Kaffeesack im Stadtteil Villa Betal gefunden.

Zunächst vermuteten Ermittler einen Zusammenhang mit Bandenkriminalität. Doch mittlerweile glauben sie, dass Coatti von einer organisierten Diebesbande in ein leerstehendes Haus gelockt wurde. Dort habe man versucht, ihn mit der bewusstseinsverändernden Substanz Scopolamin – auch als “Devil’s Breath” bekannt – außer Gefecht zu setzen. Der Gerichtsmediziner stellte fest, dass Coatti durch stumpfe Gewalt gegen den Kopf ums Leben kam.

Polizei bietet Belohnung – Täter weiter flüchtig

Die kolumbianische Polizei fahndet derzeit nach mehreren Verdächtigen. Mindestens vier Personen sollen an dem Verbrechen beteiligt gewesen sein. Eine Frau wurde mit Coattis Handy aufgegriffen. Die Stadtverwaltung von Santa Marta setzte eine Belohnung von 50 Millionen kolumbianischen Pesos (rund 12.500 Euro) für Hinweise aus, die zur Festnahme der Täter führen.

„Dieses Verbrechen wird nicht ungestraft bleiben“, erklärte Bürgermeister Carlos Pinedo Cuello auf X (vormals Twitter). „Die Kriminellen sollen wissen, dass für sie in Santa Marta kein Platz ist. Wir werden sie zur Rechenschaft ziehen.“

Wiederholte Fälle von Gewalt gegen queere Menschen

Menschenrechtsaktivistin Norma Vera Salazar sprach von einem beunruhigenden Muster: In den vergangenen zwölf Monaten seien in der Region 13 ähnliche Morde an queeren Männern registriert worden, bei denen die Opfer ebenfalls zerstückelt worden seien. Sie erklärt: „Die öffentliche Zurschaustellung der Leichen ist eine Methode sozialer Kontrolle, um Menschen davon abzuhalten, Hilfe bei Behörden zu suchen.“

Grindr steht erneut in der Kritik: Die Plattform sei laut Experten immer wieder ein Einfallstor für Gewalt gegen queere Menschen. In einem früheren Statement erklärte ein Grindr-Sprecher gegenüber dem britischen Guardian, dass das Unternehmen sich der Missbrauchsversuche bewusst sei und aktiv an Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit arbeite.

Trauer um engagierten Wissenschaftler

Coatti arbeitete bei der Royal Society of Biology (RSB) in London. Kolleg:innen beschreiben ihn als warmherzig, witzig und intelligent. „Ale war bei allen, mit denen er gearbeitet hat, sehr beliebt und wird tief vermisst werden“, schrieb die RSB in einer öffentlichen Stellungnahme.

Auf einer eigens eingerichteten Gedenkseite teilten zahlreiche Menschen ihre Erinnerungen an den beliebten Mikrobiologen. Eine Kollegin schrieb: „Er brachte Wärme und Humor in seine Arbeit und hatte oft dieses verschmitzte Funkeln in den Augen, bevor er einen seiner lustigen Kommentare abgab.“

Coatti hatte laut Angaben seiner Unterkunftsbetreiber großes Interesse an der lokalen Flora und Fauna gezeigt. Die Reise nach Kolumbien sollte offenbar eine Auszeit und Gelegenheit zur persönlichen Entfaltung sein. Seine Familie verfolgte seine Reise aus der Ferne und alarmierte die Behörden, als sie keinen Kontakt mehr zu ihm hatten.

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