HomeSzeneWienRegenbogenfahne gestohlen: Schule in Wien-Simmering bleibt standhaft

Regenbogenfahne gestohlen: Schule in Wien-Simmering bleibt standhaft

Unbekannte rissen die Regenbogenfahne vor einer Schule in Simmering herunter. Schüler und Lehrer reagieren mit Solidarität und neuen Zeichen der Vielfalt.

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Es war vermutlich ein gezielter Vandalenakt an der Volks- und Mittelschule Medwedweg in Wien-Simmering: Eine vor dem Gebäude gehisste Regenbogenfahne wurde von Unbekannten gestohlen. Das berichtet Schulleiterin Birgit Goschler. Die Fahne war im Rahmen des Pride-Monats gehisst worden, an dem sich heuer 195 Schulen in Wien beteiligen – als sichtbares Zeichen für Gleichstellung, Respekt und ein friedliches Miteinander.

„Die Fahne wurde extra von einem Verein genäht“, so Goschler im Gespräch mit der Tageszeitung Heute. „Wir haben sie von der Bildungsdirektion abgeholt und am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt aufgehängt. Am Montag war sie dann weg.“ Die Schule hat Anzeige erstattet.

Enttäuschung bei Schülern und Lehrern

Der Verlust der Fahne hat innerhalb der Schulgemeinschaft für große Betroffenheit gesorgt. „Die Kinder waren stolz auf die Fahne. Sie haben sich sehr gefreut, als sie gehisst wurde“, erklärt Goschler. Auch im Kollegium sei das Engagement für LGBTI-Themen stark ausgeprägt. „Bei uns herrscht ein großes Bewusstsein für Gleichstellung und Akzeptanz – unabhängig von sexueller Orientierung oder Lebensweise.“

Die Schulleiterin zeigt sich enttäuscht über den Vorfall, bleibt jedoch kämpferisch: „So leicht wollen wir uns nicht unterkriegen lassen.“ Als Zeichen des Zusammenhalts haben Schüler einen großen Regenbogen gemalt. Dieser wurde gut sichtbar in ein Fenster im ersten Stock gehängt. Im Lehrerzimmer flattert nun eine neue Regenbogenfahne.

Stadt Wien bekräftigt Bekenntnis zur Vielfalt

Auch auf politischer Ebene stößt der Vorfall auf Reaktionen. Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) unterstreicht die Bedeutung der Initiative: „Wenn an unseren Schulen die Regenbogenfahne gehisst wird, dann ist das mehr als ein Symbol. Es ist ein klares Bekenntnis der Stadt Wien zu einer offenen, solidarischen und vielfältigen Gesellschaft.“

Laut Emmerling sei es wichtig, diese Werte aktiv in den Schulalltag einzubringen. „Offenheit, Respekt und Akzeptanz entstehen dort, wo sie vorgelebt werden“, so die Bildungsstadträtin. Neben der Regenbogenfahne setzt Wien im Pride-Monat auch auf Projekte wie die Aufklärungskampagne „Lebe deine Liebe“ und das erste queere Jugendzentrum der Stadt.

An der Simmeringer Schule will man sich jedenfalls nicht einschüchtern lassen. Die bunte Zeichnung im Schulfenster ist nicht nur ein Zeichen der Solidarität, sondern auch ein klares Statement gegen Diskriminierung. Schulleiterin Goschler betont: „Das ist kein schönes Signal der Gesellschaft – aber wir antworten darauf mit Zusammenhalt.“

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