HomeNewsChronikDrei 19-Jährige in Polen festgenommen: Terrorpläne gegen CSD und Schule?

Drei 19-Jährige in Polen festgenommen: Terrorpläne gegen CSD und Schule?

Polnische Sicherheitsbehörden vereiteln möglichen Anschlag – Verdächtige planten laut Ermittlern Angriffe auf Schule, Pilgerfahrt oder queere Veranstaltungen.

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In Polen haben Sicherheitskräfte drei junge Männer festgenommen, die verdächtigt werden, einen terroristischen Anschlag vorbereitet zu haben. Die Festnahmen erfolgten im Rahmen einer länger laufenden Ermittlung durch den Inlandsgeheimdienst ABW und die Staatsanwaltschaft Olsztyn. Nach Angaben der Behörden sollen sich die drei 19-Jährigen unter anderem durch Massentäter wie Anders Breivik, Brenton Tarrant und Timothy McVeigh inspiriert gefühlt haben.

Pride möglicherweise ebenfalls Ziel eines Anschlags

Informationen des Radiosenders RMF FM zufolge plante die Gruppe zunächst einen Anschlag auf eine weiterführende Schule in Olsztyn im Nordosten Polens. Die jungen Männer hätten jedoch auch andere Orte mit vielen Menschen ins Visier genommen, darunter inoffiziellen Angaben zufolge eine LGBTI-Parade oder eine religiöse Pilgerfahrt. An diesem Wochenende findet in Warschau, Polens größte Pride, die Gleichheitsparade statt.

Ein Sprecher des polnischen Innenministeriums bestätigte am Donnerstagmorgen die Festnahme eines weiteren Verdächtigen. Dieser sei die dritte Person in dem seit Monaten laufenden Ermittlungsverfahren. Zwei der Männer wurden bereits im April gefasst. Die Staatsanwaltschaft ordnete für alle drei Verdächtigen Maßnahmen an – mindestens zwei von ihnen befinden sich in Untersuchungshaft.

Intensives Schießtraining und militärische Übungen

Den Verdächtigen wird vorgeworfen, sich intensiv auf einen Anschlag vorbereitet zu haben. Laut den Ermittlungsbehörden trainierten sie auf Schießständen den Umgang mit Schusswaffen. Außerdem organisierten sie militärisch-taktische Übungen. Darüber hinaus sammelten sie Anleitungen zum Bau von Sprengsätzen und besorgten die entsprechenden pyrotechnischen Materialien.

Den Angaben der ABW zufolge haben sich die drei Männer mit den Taten bekannter Rechtsterroristen auseinandergesetzt. „Sie analysierten sowohl die Anschläge als auch die begangenen Fehler“, heißt es in einer Mitteilung der Behörden. Dabei sollen die Männer eine ideologische Radikalisierung durchlaufen haben. Ein Sprecher sagte der polnischen Nachrichtenagentur PAP, Inhalte aus dem Internet hätten Einfluss auf die „moralische Haltung der Verdächtigen“ gehabt.

Alle drei Verdächtigen sind in Untersuchungshaft

Die Beschuldigten stammen laut RMF FM aus Olsztyn und dem gleichnamigen Landkreis, sind polnische Staatsbürger und Schüler verschiedener weiterführender Schulen. Keine der besuchten Schulen soll jedoch das geplante Anschlagsziel gewesen sein.

Den Männern werden Verstöße gegen mehrere Artikel des polnischen Strafgesetzbuchs vorgeworfen, darunter die Vorbereitung eines terroristischen Akts und der unerlaubte Besitz von Sprengstoffmaterialien. Die drohende Höchststrafe beträgt zehn Jahre Freiheitsentzug. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an. Ob und wann eine Anklage erfolgt, ist derzeit noch unklar.

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