Knapp einen Monat nach dem Eurovision Song Contest 2025 in Basel steht Abor, eine Hälfte des deutschen ESC-Duos Abor & Tynna, erneut im Rampenlicht – diesmal jedoch nicht wegen seiner Musik. In den sozialen Medien kursieren Screenshots, die homophobe, frauenfeindliche und Pro-Trump-Inhalte zeigen, die auf frühere Aktivitäten des Musikers zurückgehen sollen.
Die betroffenen Beiträge stammen größtenteils aus den Jahren 2021 bis 2024. Verbreitet wurden sie über verschiedene Plattformen wie TikTok und möglicherweise Reddit. Besonders ein Beitrag des X-Accounts „indefinite hiatus“ sowie Recherchen des ESC-Fankanals „abtupdate“ sorgten für öffentliche Aufmerksamkeit.
Abor räumt Fehler ein – und entschuldigt sich öffentlich
Abor, mit bürgerlichem Namen Attila Bornemisza, hat mittlerweile die Verantwortung für einen Teil der Inhalte übernommen. In einem Statement auf Instagram äußerte sich der Österreicher mit ungarischen Wurzeln ausführlich zu den Vorwürfen.
„In den letzten Tagen sind alte Postings und Kommentare von mir öffentlich geworden, die zu berechtigter Kritik führen. Diese sind zum Teil einige Jahre alt, und ich bereue sie wirklich sehr“, so der 26-jährige Musiker. Weiter gesteht er: „Dass ich dann noch aus Scham behauptet habe, der Account sei nicht meiner, macht das Ganze natürlich auch nicht besser.“
Auch auf der Plattform Discord bezieht der Künstler Stellung. Dort erklärt er: „Ja, die TikTok-Reposts sind von mir, ich habe sie schon gelöscht. Ich bin ein bisschen beschämt darüber, wie edgy ich war. Und ich denke, das ist nichts, das man als Vorbild teilen sollte!“ Den Vorwurf, auch einen umstrittenen Reddit-Account betrieben zu haben, wies er zurück.
„Ich bitte um Entschuldigung“ – Reaktionen im Netz gemischt
In seiner offiziellen Erklärung zeigt sich Abor reumütig: „Ich möchte mich für die Beiträge und deren Inhalte aufrichtig und ernsthaft bei euch entschuldigen, insbesondere bei den Menschen, die ich mit meinen Worten verletzt habe.“ Gleichzeitig betont er: „Aus meiner heutigen Sicht würde ich so etwas nie mehr sagen und schreiben. Weil es nicht widerspiegelt, wer ich heute bin.“
Im Netz stößt die Entschuldigung auf gemischte Reaktionen. Auf Instagram und X äußerten sich viele User verständnisvoll. Eine Kommentatorin schreibt: „Internet vergisst nicht, aber Gott sei Dank entwickelt man sich weiter und lernt im Leben dazu.“ Andere zeigen weniger Nachsicht. Eine Nutzerin fragt provokant: „Hallo, Tynnas Solo-Karriere?“
Karriere von Abor & Tynna vor ungewisser Zukunft
Ob die Debatte Auswirkungen auf die musikalische Laufbahn des Geschwister-Duos hat, ist derzeit unklar. Mit „Baller“ erreichten Abor & Tynna beim ESC den 15. Platz – Deutschlands bestes Ergebnis seit sieben Jahren. Das dazugehörige Album „Bittersüß“ konnte sich ebenfalls in den Charts platzieren.
Abor kündigte an, offene Fragen in den kommenden Tagen klären zu wollen. Auf Discord verbietet er inzwischen ausdrücklich jede Form von Diskriminierung und will sich künftig transparent und reflektiert zeigen.

