HomeCSD & ParadenPride internationalÜber eine Million Menschen beim Roma Pride 2025: Hitze, Politik und Party

Über eine Million Menschen beim Roma Pride 2025: Hitze, Politik und Party

Trotz drückender Hitze zogen am Samstag zehntausende Menschen durch Rom, um beim 31. Roma Pride für Gleichberechtigung und Sichtbarkeit der LGBTI-Community zu demonstrieren.

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in Meer aus Regenbogenflaggen, laute Musik, schillernde Kostüme und politische Botschaften: – Die 31. Ausgabe des Roma Pride hat am Samstag Tausende Menschen auf die Straßen der italienischen Hauptstadt gebracht. Die Veranstalter sprechen offiziell von über einer Million Teilnehmenden, die Polizei schätzt die Zahl jedoch deutlich geringer ein. Fest steht: Der Umzug durch Rom war einer der größten Europas und ein farbenfroher Ausdruck von Stolz und Protest zugleich.

Politische Unterstützung und klare Forderungen

Die Parade wurde von Bürgermeister Roberto Gualtieri angeführt, der klare politische Forderungen formulierte und betonte, dass der Pride auch ein Moment des Protests sei. „Rom ist die Stadt der Rechte“, sagte Gualtieri, „aber der Pride ist auch ein Moment des Kampfes.“

Der Bürgermeister forderte unter anderem die Öffnung der Ehe für alle, Adoptionsrechte für gleichgeschlechtliche Paare sowie die rechtliche Anerkennung von Regenbogenfamilien. Gemeinsam mit mehreren Stadträten und Bezirkspräsidenten marschierte er an der Spitze der Demonstration.

Auch die Sängerin Rose Villain, Patin der Veranstaltung, war mit dabei. Auf dem Wagen mit dem Titel ihres aktuellen Hits „Fuorilegge“ – gleichzeitig Motto des diesjährigen Prides – heizte sie der Menge musikalisch ein.

Hitze, Musik und eine Schweigeminute

Mit 40 aufwendig gestalteten Wagen zog die Parade unter anderem an der Via Cavour, dem Kolosseum und den Caracalla-Thermen vorbei. Bunte Fächer und große Hüte halfen gegen die Hitze, während Konfetti und Wasser von den Wagen für Abkühlung sorgten. Trotz Temperaturen von über 35 Grad blieb die Stimmung ausgelassen.

Gegen 17 Uhr wurde die Musik für eine Schweigeminute unterbrochen – im Gedenken an die Opfer im Gazastreifen. Entlang der Strecke wurden zahlreiche palästinensische Flaggen gezeigt. Auf einem der Pro-Palästina-Wagen hingen Pappfiguren von Donald Trump, Elon Musk, J.K. Rowling und Benjamin Netanyahu – kopfüber.

Gegenveranstaltung und rechtliche Entwicklungen

Eine kleinere alternative Veranstaltung, der „Priot-Pride“, protestierte gegen Sponsoren mit mutmaßlichen Verbindungen zu Israel, blieb jedoch zahlenmäßig gering. In der Piazzale Ostiense versammelten sich nur wenige Personen zum Gegenprotest. „Wir sind nicht mit allem einverstanden, aber mit der Hauptbotschaft schon“, sagte eine Teilnehmerin. Für viele blieb die Hauptveranstaltung das zentrale Forum, um als LGBTI-Community gemeinsam sichtbar zu sein.

Unterdessen sorgt ein Urteil des italienischen Verfassungsgerichts für Aufmerksamkeit: Im Mai entschied es, dass nicht-biologische Eltern in Regenbogenfamilien rechtlich anerkannt werden müssen – ein klarer Widerspruch zur Linie der Regierung unter Giorgia Meloni. Diese hatte LGBTI-Gruppen zuvor zur Zielscheibe erklärt.

Nahe den Caracalla-Thermen, dem Ziel des Umzugs, wurde kurzzeitig Reizgas versprüht. Die Situation sorgte für Irritation, eskalierte jedoch nicht. Die Organisatoren führten die Teilnehmer weiter zur sogenannten „Pride Croisette“, wo das Fest am Abend in ausgelassener Stimmung weiterging.

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