HomePolitikEuropaWegen Pride-Flagge: Bozner Gemeinderat sorgt mit Goebbels-Zitat für Empörung

Wegen Pride-Flagge: Bozner Gemeinderat sorgt mit Goebbels-Zitat für Empörung

Ein Facebook-Post des Lokalpolitikers Diego Salvadori hat eine hitzige Debatte ausgelöst: Er zitierte ausgerechnet den NS-Propagandaminister Joseph Goebbels im Zusammenhang mit der Regenbogenfahne.

Ein Facebook-Post des Bozner Gemeinderats Diego Salvadori von der Meloni-Partei Fratelli d’Italia hat Empörung ausgelöst. Und zwar nicht nur in Südtirol. Der Lokalpolitiker veröffentlichte ein Foto der Regenbogenfahne vor dem NOI Techpark in Bozen und versah es mit einem Zitat, das er dem NS-Propagandaminister Joseph Goebbels zuschrieb: „Die Fahne folgt nicht dem Volk, sondern das Volk muss der Fahne folgen.“

Der Beitrag wurde wenig später gelöscht, doch ein Screenshot verbreitete sich rasch. Das Onlineportal Salto dokumentierte die Veröffentlichung allerdings, zu der auch ein „Like“ des Südtiroler Vize-Landeshauptmanns Marco Galateo (ebenfalls Fratelli d’Italia) gehörte.

Kritik aus allen politischen Lagern Südtirols

Vertreter aller politischen Lager kritisierten den Vorfall umgehend und mit deutlichen Worten. Der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher forderte Galateo auf, sich sofort zu distanzieren. Der Bozner Bürgermeister Claudio Corrarati erklärte, er habe Salvadori umgehend aufgefordert, den Beitrag zu löschen. Er werde ihn auch formell einbestellen und ermahnen: „So eine Ausdrucksweise ist im Gemeinderat inakzeptabel.“

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Cornelia Brugger von den Grünen sprach von einer „Verherrlichung des Nationalsozialismus“. Sie betonte, der Vorfall sei nicht nur eine Provokation, sondern „eine Verletzung des Andenkens an die Opfer und der Grundwerte unserer Demokratie“.

Halbherzige Entschuldigungen und ein kleiner Schritt zur Seite

Marco Galateo erklärte, sein Like unter dem Beitrag sei ein „technischer Fehler“ gewesen. Er entschuldigte sich öffentlich im Namen seiner Partei und wies darauf hin, dass sich Fratelli d’Italia entschieden gegen jede Form von Diskriminierung stellen. Gleichzeitig kündigte er an, die Schulung der Parteimitglieder im Umgang mit Medien und Kommunikation zu verbessern.

Diego Salvadori selbst machte nach der Welle der Kritik einen halben Schritt zurück. Laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA sagte er in einer Erklärung: „Ich habe erkannt, dass ich mit diesem Beitrag die Sensibilität vieler verletzt habe.“ Er betonte seine „totale und absolute Distanz zu jeglicher Form von Unterstützung totalitärer Regime“.

Salvadori kündigte an, sich selbst aus allen Parteiämtern zurückzuziehen. Damit wolle er eine parteiinterne Prüfung abwarten und weiteren Schaden von der Partei abwenden. Gleichzeitig hat er seine Social-Media-Profile gelöscht.

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