HomePolitikInlandFPÖ-nahe Website lobt Ex-Grüne El-Nagashi für Transgender-Kritik

FPÖ-nahe Website lobt Ex-Grüne El-Nagashi für Transgender-Kritik

Nach ihrem Parteiaustritt wird Faika El-Nagashi nun von FPÖ-nahen Medien gelobt. Ihre Aussagen zur Transgender-Politik stoßen dort auf Zustimmung – obwohl die FPÖ sonst queerfeindliche Positionen vertritt.

Hinweis
Dieser Beitrag ist älter als 1 Jahr.

Der Austritt von Faika El-Nagashi aus den Grünen sorgt weiterhin für politische Debatten. Nun erhält die offen lesbische Ex-Abgeordnete unerwartet Zuspruch von der rechten Seite des politischen Spektrums. Die FPÖ-nahe Plattform unzensuriert.at berichtet ausführlich über El-Nagashis Kritik an der Transgender-Politik der Grünen – und würdigt ihre Aussagen als „Tabubruch mit Konsequenzen“.

Lob für Kritik an „Trans-Aktivismus“

In dem Artikel werden zentrale Passagen aus El-Nagashis Kommentar im rechtskonservativen Magazin Cicero aufgegriffen. Dort hatte sie betont: „Wir können uns nicht mehr für Frauenrechte einsetzen, wenn das Frau-Sein zu einer Beliebigkeit oder einer ‚gefühlten Identität‘ wird.“ Auch ihre Sorgen über die steigende Zahl von Jugendlichen, die sich als trans identifizieren, sowie die Anwendung von Pubertätsblockern werden zitiert.

Dafür bekommt sie Lob aus einem politischen Lager, das sich in der Vergangenheit häufig gegen Rechte sexueller Minderheiten ausgesprochen hat. Erst kürzlich sprach sich der oberösterreichische FPÖ-Landesparteisekretär Reinhard Gruber für ein Verbot von Pride-Paraden aus. Auch in anderen Bereichen wie Eheöffnung, Adoptionsrecht oder Gender-Sprache bezieht die FPÖ traditionell klar ablehnende Positionen.

El-Nagashi selbst hat sich bisher nicht zu dieser Form der Zustimmung geäußert. In früheren Interviews, etwa mit der Tageszeitung Die Presse, hatte sie erklärt, keiner anderen Partei beitreten zu wollen und weiterhin unabhängig politisch aktiv bleiben zu wollen.

Diffamierungsvorwürfe und innerparteiliche Konflikte

El-Nagashi beklagte in der letzten Zeit wiederholt eine zunehmend feindselige Atmosphäre innerhalb der Grünen. So sprach sie von „anhaltendem Mobbing und öffentlicher Diffamierung“, auch nach ihrem Rückzug aus der aktiven Parteiarbeit. Ein formeller Parteiausschluss wurde zwar nicht beschlossen, allerdings stellte ein internes Verfahren im Frühjahr 2025 eine „Entfremdung“ zwischen El-Nagashi und der Parteilinie fest.

Unzensuriert.at greift diese Kritik auf und formuliert weitergehende Vorwürfe, etwa von möglichen „Umerziehungsmaßnahmen“ oder einer angeblich repressiven Parteikultur. Die Plattform deutet El-Nagashis Aussagen als Beleg für einen übermäßigen Einfluss queer-aktivistischer Forderungen auf die Programmatik der Grünen.

Kein Wechsel zur FPÖ geplant

Trotz des öffentlichen Lobs aus FPÖ-nahen Kreisen hat El-Nagashi klargestellt, dass sie keine neue Parteimitgliedschaft anstrebt. Vielmehr will sie sich weiterhin zu gesellschaftspolitischen Fragen äußern – aber ohne parteipolitische Bindung. Aus dem Umfeld der Grünen wurde zuletzt wiederholt betont, dass ihre Haltung nicht die Werte der Partei widerspiegle, insbesondere nicht in Bezug auf den Schutz und die Rechte von Transpersonen.

Mehr News