HomeNewsChronikWiederholter Angriff auf queere Bar in Berlin-Prenzlauer Berg

Wiederholter Angriff auf queere Bar in Berlin-Prenzlauer Berg

Die Tipsy Bear Bar in der Eberswalder Straße wurde in der Nacht zum Samstag Ziel eines erneuten queerfeindlichen Angriffs. Die Polizei ermittelt wegen mutmaßlicher Hasskriminalität.

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In Berlin kam es in der Nacht zum Sonntag erneut zu einem Angriff auf die queere Bar „Tipsy Bear“ im Stadtteil Prenzlauer Berg. Eine Gruppe junger Männer soll vor dem Lokal zunächst eine Regenbogenflagge entfernt, den Betreiber homophob beleidigt und mit einem Baseballschläger gedroht haben. 

Die Polizei bestätigte den Vorfall gegenüber mehreren Medien. Es handelt sich um den zweiten bekannt gewordenen queerfeindlichen Angriff auf die Bar innerhalb weniger Wochen.

Gruppe taucht vor Bar auf und reißt Regenbogenflagge ab

Laut Angaben der Polizei erschien gegen 1:45 Uhr eine sieben- bis achtköpfige Gruppe junger Männer vor der Bar in der Eberswalder Straße. Ein 17-Jähriger soll die Regenbogenflagge vor dem Eingang aus der Halterung gerissen und in einen Mülleimer geworfen haben. Eine weitere Person habe sich mit einem Baseballschläger in Richtung des Lokals gewandt, sei dann jedoch geflohen, als die Polizei eintraf.

Die Einsatzkräfte konnten einen 19-Jährigen in der Nähe stellen. Während der Befragung beschimpfte er den Betreiber der Bar mit homophoben Ausdrücken. „Du Schwuchtel“, soll der junge Mann laut Polizeisprecher gesagt haben. Die Polizei nahm die Personalien der beiden Tatverdächtigen auf und entließ sie anschließend. Der 19-Jährige erhielt einen Platzverweis.

Vier Angriffe innerhalb einer Nacht laut Queerbeauftragtem

Am Nachmittag meldete sich Berlins Queerbeauftragter Alfonso Pantisano zu Wort. In einem Beitrag auf Social Media erklärte er, dass es sich nicht nur um einen einzelnen Vorfall gehandelt habe. „Die Angreifer kamen nach dem ersten Angriff dreimal zurück. Das Team der Bar und Gäste mussten sich zur eigenen Sicherheit in der Bar einschließen“, schrieb der SPD-Politiker. Er stehe im Austausch mit der Berliner Polizeipräsidentin und bezeichnete die Situation als „fassungslos“.

Die Polizei war demnach mehrfach vor Ort. Wie bei Verdachtsfällen queerfeindlicher Hasskriminalität üblich, hat der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts Berlin die Ermittlungen übernommen.

Zuvor Flagge angezündet – 2024 bereits über 700 queerfeindliche Vorfälle

Bereits Anfang Mai war es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen: Damals hatte eine Vierergruppe ebenfalls die Regenbogenflagge vor der Tipsy Bear Bar abgerissen und anschließend angezündet. Auch bei jenem Angriff wurde der Betreiber beleidigt.

In einer Stellungnahme auf Instagram schrieb das Barteam damals: „Dies ist nur ein Beispiel für die Hassverbrechen, mit denen Tipsy Bear und andere sichere Räume regelmäßig konfrontiert werden.“ Zu den weiteren dokumentierten Angriffen zählten Graffiti mit rechtsextremen Inhalten, bespuckte Fenster und der Einsatz von Pfefferspray.

Laut dem aktuellen Jahresreport der Opferberatungsstelle Maneo wurden in Berlin im Jahr 2024 bereits 738 queerfeindliche Vorfälle registriert – ein Anstieg um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das sei laut Maneo der höchste je dokumentierte Wert in der Hauptstadt.

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