HomeNewsChronikEx-Kirchenmusiker (79) verwandelte Wohnung in Sex-Club mit Gratis-Drogen

Ex-Kirchenmusiker (79) verwandelte Wohnung in Sex-Club mit Gratis-Drogen

Ein pensionierter Kirchenmusiker muss sich wegen Drogenhandels vor Gericht verantworten. In seiner Wohnung soll er auf Sex-Partys unter anderem Poppers und gefälschte Potenzpillen verteilt haben.

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Ein 79-jähriger Wiener muss sich nächste Woche vor Gericht verantworten. Er soll in seiner Wohnung in Wien-Meidling regelmäßig Sex-Partys veranstaltet und dabei Drogen verteilt haben. Nun drohen ihm bis zu fünf Jahren Haft.

Drogen, Sling und leicht bekleidete Gäste

Laut Staatsanwaltschaft soll der gelernte Kirchenmusiker unter anderem Methamphetamin und Clephedron aus Ungarn eingeführt und dann weitergegeben haben. Der Mann bestreitet den gewerbsmäßigen Verkauf, gab jedoch an, die Drogen auf den Partys „verschenkt” zu haben.

Der Polizei zufolge ermittelte man nach einem anonymen Hinweis. Der Verdächtige soll seit dem Vorjahr kiloweise Suchtmittel importiert und seine Wohnung regelmäßig in eine Feierlocation verwandelt haben – bis der Tippgeber den 79-Jährigen Anfang Mai auffliegen ließ.

Poppers und Potenzpillen auf dem Partytisch

„Die Drogen lagen einfach auf dem Tisch – quasi als Geschenk“, so ein Zeuge gegenüber der Polizei. Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm auch ein Sling aus Leder, der mitten im Wohnzimmer des 79-Jährigen aufgestellt war.

Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Ermittler eine Vielzahl von Drogen, darunter Crystal Meth, Amphetamine, rund 100 Ecstasy-Tabletten, gefälschte Potenzpillen, MDMA und das in der Szene beliebte Poppers. Zudem stellten die Beamten geringe Mengen Cannabis sicher.

Auffällig waren auch das gefundene Bargeld und der hohe Mietaufwand

Auffällig war auch der hohe Bargeldbestand: In einem Safe entdeckten die Polizisten rund 6.000 Euro, obwohl der Mann offiziell nur eine Pension von rund 1.200 Euro monatlich bezog.

Für Verwunderung sorgte außerdem der Mietaufwand des Mannes. Neben seiner Hauptwohnung soll er noch weitere Mietobjekte unterhalten haben, für die er insgesamt etwa 1.600 Euro monatlich zahlte. Wie er das finanzierte, ist Teil der laufenden Ermittlungen.

Handgeschriebene Listen führen zu weiteren Fragen

Der Fall wirkt auf viele wie eine skurrile Mischung aus Naivität und krimineller Energie. In der Wohnung fanden Ermittler handschriftliche Listen, in denen der betagte Gastgeber akribisch notierte, wer ihm noch wie viel Geld schuldete. „Ich hab mir einfach aufgeschrieben, was sie mir schuldig blieben“, sagte Josef S. bei der Einvernahme. Verkauft habe er jedoch nur Methamphetamin und Clephedron, alles andere sei unentgeltlich geblieben.

Der bekannte Wiener Strafverteidiger Nikolaus Rast vertritt den 79-Jährigen vor Gericht. Laut Rast sei die späte „Berufung“ seines Mandanten als Drogendealer strafmildernd zu bewerten. Immerhin habe Josef S. fast acht Jahrzehnte lang ein unauffälliges Leben geführt – bis er sich in der Pension offenbar ganz neuen Kreisen anschloss. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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