HomeSzeneSteiermarkPantherInnen-Legende Hans-Peter Weingand erhält Berufstitel „Professor“ verliehen

PantherInnen-Legende Hans-Peter Weingand erhält Berufstitel „Professor“ verliehen

In feierlichem Rahmen wurde der Historiker und Mitbegründer der RosaLila PantherInnen, Hans-Peter Weingand, für sein vielfältiges Engagement und seine wissenschaftlichen Verdienste mit dem Berufstitel Professor ausgezeichnet.

Hinweis
Dieser Beitrag ist älter als 1 Jahr.

Am Donnerstag wurde der steirische Historiker und LGBTI-Aktivist Hans-Peter Weingand in der Aula der Alten Universität Graz offiziell mit dem Berufstitel „Professor” geehrt. Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) überreichte die Auszeichnung im Namen des Bundespräsidenten. In seiner Ansprache hob Kunasek die Bedeutung von bürgerschaftlichem Engagement für das gesellschaftliche Zusammenleben hervor.

„Durch ihre Leistungen und das konsequente Verfolgen ihrer Ideale haben sie unser Land erfolgreich mitgestaltet. Dieser Einsatz soll heute gewürdigt werden – es ist ein Zeichen der Öffentlichkeit, Danke zu sagen und Anerkennung zu bezeugen“, so der Landeshauptmann.

Forschung mit Haltung

Hans-Peter Weingand ist nicht nur Historiker und Kulturwissenschafter, sondern auch ein engagierter Vermittler gesellschaftlicher Themen. In seiner wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt er sich mit historischen Entwicklungen, die das Denken und Handeln von Menschen prägen – etwa in der Familiengeschichte, in der Gedenkkultur oder in institutionellen Kontexten.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Sichtbarmachung marginalisierter Gruppen. Im Rahmen seiner Tätigkeit im Grazer Verein für Gedenkkultur leitete Weingand ein Forschungsprojekt zur NS-Opfergruppe der Homosexuellen. In Folge dieser Arbeit erinnern heute vier Stolpersteine in Graz an Männer, die wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und in Konzentrationslagern ermordet wurden.

Aktivismus und queere Erinnerungskultur

Als Mitbegründer der RosaLila PantherInnen (RLP) zählt Weingand seit vielen Jahren zu den prägenden Stimmen der LGBTI-Bewegung in der Steiermark. Seit der Gründung des Vereins setzt er sich für queere Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und das Erinnern an queere Geschichte ein. Seine Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Wissenschaft, Aktivismus und gesellschaftlicher Aufklärung.

Projekte der historischen Aufarbeitung gehen dabei Hand in Hand mit Bildungsarbeit und öffentlicher Präsenz. Wegbegleiter:innen beschreiben Weingand als analytisch, neugierig und beharrlich – mit einem feinen Gespür für Geschichten, die oft übersehen werden.

Ein Zeichen der Anerkennung

Die Verleihung des Berufstitels „Professor“ würdigt nicht nur eine akademische Laufbahn, sondern auch jahrzehntelangen Einsatz für gesellschaftliche Sichtbarkeit und historische Gerechtigkeit.

Die RLP gratulierten Weingand in einer öffentlichen Stellungnahme: „Lieber Hans-Peter – wir sind stolz auf dich. Danke für deinen unermüdlichen Einsatz, deine Arbeit für Erinnerung, Gerechtigkeit und Sichtbarkeit. Und: Herzlichen Glückwunsch, Professor!“

Mehr News