Wie werden queere Menschen eigentlich rechtlich geschützt – oder auch nicht – in verschiedenen Ländern der Welt? Was bedeutet es, als trans Person in einem Land Asyl zu beantragen? Welche Rechte haben gleichgeschlechtliche Paare, wenn sie Kinder großziehen oder heiraten wollen? Und was tun, wenn Diskriminierung am Arbeitsplatz passiert?
Orientierung im Gesetzesdschungel: Was steht mir zu?
Antworten auf diese und viele weitere Fragen liefert ein neues Buch, das im Herbst 2025 erscheint: The Oxford Handbook of LGBTI Law. Das Handbuch sammelt Beiträge von über 40 Fachleuten aus verschiedenen Ländern – darunter Professor:innen, Rechtsanwält:innen und Menschenrechtsexpert:innen. Es ist eines der ersten Werke, das einen so breiten Überblick über LGBTI-Rechte weltweit gibt. Dabei geht es nicht nur um juristische Theorie, sondern auch um konkrete Beispiele und Situationen aus dem Alltag.
Wer sich für queere Rechte interessiert – sei es persönlich, beruflich oder aus politischem Engagement – findet in dem Buch viele Antworten. Die einzelnen Kapitel beleuchten etwa, wie Homosexualität in manchen Ländern immer noch strafbar ist, wie unterschiedlich der Zugang zu medizinischer Versorgung für trans Personen geregelt ist oder wie Religionsfreiheit mit LGBTI-Rechten zusammenhängen kann.
Internationale Perspektiven – verständlich aufbereitet
Michael Lysander Fremuth, einer der Herausgeber und Professor für Grund- und Menschenrechte in Wien, schreibt in seinem Kapitel über die besonderen Herausforderungen, vor denen queere Menschen stehen, wenn sie flüchten müssen: „Es wird Zeit, das Versprechen der Menschenrechte auch für LGBTI-Personen einzulösen“, betont er. Damit meint er auf Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der besagt, dass alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren sind.
Das Handbuch richtet sich nicht nur an Wissenschaftler:innen. Auch für Menschen, die sich politisch engagieren oder in NGOs arbeiten, ist es ein hilfreiches Werkzeug. Es liefert Argumente, Hintergrundwissen und Rechtsvergleiche, die bei politischen Forderungen oder bei der Unterstützung betroffener Personen eine Rolle spielen können. Selbst für queere Menschen, die sich über ihre Rechte in anderen Ländern informieren wollen – etwa bei Auslandsreisen oder Migration – kann das Buch eine wertvolle Informationsquelle sein.
Schon jetzt sind die Artikel online zugänglich
Ein weiterer Pluspunkt: Die Artikel sind bereits online kostenlos zugänglich. Wer nicht auf die gedruckte Version im Herbst warten will, kann sie bereits jetzt abrufen.
Das Buch macht sichtbar, wie unterschiedlich der rechtliche Schutz von LGBTI-Personen weltweit ist – und wo es noch große Lücken gibt. Wer verstehen möchte, warum die Diskussion über queere Rechte längst nicht abgeschlossen ist, findet hier fundierte und verständlich erklärte Einblicke.

