HomeNewsChronikGedenktafel für lesbische Aktivistin Lotte Hahm in Berlin beschmiert

Gedenktafel für lesbische Aktivistin Lotte Hahm in Berlin beschmiert

Unbekannte Täter hinterließen ein Hakenkreuz auf der Stele in der Hasenheide – Staatsschutz ermittelt wegen verfassungswidriger Symbole und Sachbeschädigung.

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In Berlin-Kreuzberg ist eine Gedenktafel für die lesbische Aktivistin Lotte Hahm mit einem Hakenkreuz beschmiert worden. Die Berliner Polizei bestätigte am Donnerstagmorgen den Vorfall und leitete Ermittlungen ein.

Staatsschutz übernimmt die Ermittlungen

Gegen acht Uhr meldete eine Privatperson die Beschädigung in der Hasenheide 52-53. Die dort aufgestellte Stele erinnert seit September 2023 an Lotte Hahm (1890–1967) und die erste organisierte Lesbenbewegung in Deutschland. Laut Polizei wurde das Symbol eines Hakenkreuzes aufgebracht, das dem Straftatbestand des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen unterfällt.

Das Landeskriminalamt ermittelt zudem wegen Sachbeschädigung durch Farbschmierereien. Der Polizeiliche Staatsschutz hat den Fall übernommen. Hinweise auf Tatverdächtige liegen bislang nicht vor.

Lotte Hahm – Pionierin der lesbischen Sichtbarkeit

Lotte Hahm gehörte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der queeren Szene in der Weimarer Republik. 1926 gründete sie den Damenklub „Violetta“, der sich in der Hasenheide befand. Auch in der Zeit des Nationalsozialismus organisierte Hahm weiterhin lesbische Treffpunkte, war im „Bund für Menschenrecht“ aktiv und setzte sich trotz staatlicher Verfolgung für queere Sichtbarkeit ein.

Nach Kriegsende eröffnete sie das erste lesbische Lokal in Ostberlin. Später zog sie in den Westteil der Stadt und blieb dort bis zu ihrem Tod 1967 eine prägende Figur der lesbischen Community.

Wiederholte Angriffe auf queere Gedenkorte in Berlin

Der Vorfall ist kein Einzelfall: In den letzten Jahren kam es in Berlin wiederholt zu Angriffen auf queere Erinnerungsorte. Im April wurde das Mahnmal für homosexuelle NS-Opfer am Nollendorfplatz beschmiert. Auch das Denkmal am Magnus-Hirschfeld-Ufer sowie das Mahnmal im Tiergarten für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen wurden mehrfach beschädigt.

Die Polizei kündigte an, die Sicherheitslage an gefährdeten Gedenkorten erneut zu bewerten. Eine Einschätzung zum Hintergrund der Tat wurde bislang nicht öffentlich gemacht.

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