[publishpress_authors_box layout="ppma_boxes_75184"]
HomeNewsChronikBrutale Attacke nach Sex-Date in Thüringen vor Gericht

Brutale Attacke nach Sex-Date in Thüringen vor Gericht

In Thüringen endete ein Date, das über eine Dating-Plattform arrangiert worden war, blutig: Ein 25-Jähriger muss sich wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Gera verantworten.

Ein zunächst einvernehmliches Sex-Date eskalierte Ende Jänner auf brutale Weise in einer Wohnung in Gera. Ein 25-jähriger Mann muss sich nun vor dem Landgericht verantworten. Ihm wird versuchter Mord in einem besonders heimtückischen Fall von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen. Das Opfer soll während des Treffens durch massive Faustschläge ins Gesicht und heftige Tritte gegen den Körper schwer verletzt worden sein.

Opfer soll Angriff nicht abwehren können

Laut Anklage hatte sich das spätere Opfer auf einer Internetplattform als „Hure mit Eiern“ präsentiert und sich somit als sexuell verfügbar dargestellt. Der Mann habe den Angeklagten nackt und in unterwürfiger Stellung im Bett erwartet, das Gesicht abgewandt. In dieser Position sei es ihm unmöglich gewesen, sich gegen die plötzliche Gewalt zu wehren, so die Staatsanwältin.

Die Verletzungen waren erheblich: Das Opfer erlitt eine gebrochene Nase, mehrere Rippenbrüche, zahlreiche Prellungen und Platzwunden. Laut Anklage ließ der 25-Jährige den blutenden Mann in dessen Wohnung zurück – trotz dessen lautstarker Hilferufe.

- Werbung -

Für den Angeklagten besonders belastend: Er soll nach der Tat Fotos von seiner verletzten Hand und seinen blutverschmierten Schuhen gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft wertet dies als Zeichen fehlender Reue. Sie geht davon aus, dass der Mann den Tod des Opfers billigend in Kauf nahm.

Angeklagter spricht von Verwechslung und Panik

Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe. In seiner Aussage erklärte er, er sei ursprünglich davon ausgegangen, sich mit einer Frau zu einem Sex-Date verabredet zu haben. Die Kommunikation auf der Plattform habe er sich mithilfe einer automatischen Übersetzungsfunktion ins Rumänische übertragen lassen. Als er in der dunklen Wohnung plötzlich feststellte, dass sein Gegenüber ein Mann war, sei er schockiert gewesen.

„Er hatte eine Maske auf und kam direkt auf mich zu“, schilderte der Angeklagte. Er habe sich bedrängt gefühlt und sei ins Schlafzimmer gezogen worden, wo es zur Eskalation gekommen sei. Die Schläge und Tritte, die er ihm zugefügt hatte, seien seiner Darstellung nach Selbstverteidigung gewesen. Die Hand habe er sich demnach bei Handwerkerarbeiten verletzt.

Gericht prüft auch andere Tatvorwürfe

Der Vorsitzende Richter machte deutlich, dass der Angeklagte sich auch wegen versuchten Totschlags in Verbindung mit gefährlicher Körperverletzung verantworten muss. Die Nebenklage fordert vom Angeklagten ein Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 5.000 Euro. Das Opfer tritt im Prozess als Nebenkläger auf.

Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt. Bis Ende Juli sind weitere Verhandlungstermine angesetzt.

Aktuelle Empfehlungen