HomeNewsChronik15-Jähriger hatte bezahlten Sex mit Pastor: Vater zu Bewährungsstrafe verurteilt

15-Jähriger hatte bezahlten Sex mit Pastor: Vater zu Bewährungsstrafe verurteilt

Im Prozess um mutmaßliche Zwangsprostitution und sexuellen Missbrauch eines Jugendlichen hat das Landgericht Hamburg nun ein Urteil gefällt. Der Vater wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der Vorwurf, er habe seinen Sohn zur Prostitution gezwungen, wurde fallengelassen.

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Der Prozess hatte auch über die Grenzen Hamburgs hinaus für Entsetzen gesorgt: Ein Vater soll seinen 15-jährigen Sohn Männern, darunter einem Pastor, als Prostituierten angeboten, bedroht und zur Sexarbeit gezwungen haben. Nun fällte das Gericht ein Urteil.

Gericht sieht Zwang zur Prostitution nicht zweifelsfrei nachgewiesen

Nach intensiver Beweisaufnahme kam es zu dem Schluss, dass der schwerwiegendste Anklagepunkt, die Zwangsprostitution, nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte. „Es gibt erhebliche Zweifel“, erklärte der Vorsitzende Richter am Donnerstag. Ein ganz wesentlicher Teil der Anklage habe sich nach Ansicht des Gerichts nicht bestätigt.

Die Richter gingen davon aus, dass der Jugendliche nicht aus akutem Zwang, sondern möglicherweise aus eigenem Antrieb oder aus anderen Beweggründen gehandelt habe. „Er hat uns und die Polizei angelogen“, sagt der Richter und mutmaßt: „Entweder aus Scham oder aus Rache an seinem Vater.“

Der Vater bot seinen Sohn auf Escort-Seiten an

Dennoch sah das Gericht den Angeklagten als schuldig an, sexuelle Handlungen gefördert und Beihilfe zum sexuellen Missbrauch Minderjähriger geleistet zu haben. Deshalb wurde der Vater zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. „Sie haben das Vertrauensverhältnis zu Ihrem Sohn als Vater ausgenutzt“, sagte der Richter. Der Angeklagte nahm das Urteil emotionslos entgegen.

Das Gericht wertete das Verhalten des Vaters dennoch als schwerwiegenden Vertrauensbruch. Der Mann, der seit Jahren als Sexarbeiter tätig ist, habe seinen Sohn der Welt der sexuellen Ausbeutung ausgesetzt und Freiern präsentiert. Chatprotokolle und Videos belegen, dass der Vater den Sohn auf Escort-Seiten anbot und ihn als volljährig ausgab.

Auch ein Pastor buchte den 15-Jährigen

Bestätigt ist auch, dass ein Pastor aus Hamburg Videos bestellte, in denen sich der Jugendliche selbst befriedigte, und dafür bezahlte. Ebenso steht fest: Nach einem ersten Treffen, bei dem der Pastor den Jungen konfirmierte, kam es zu sexuellem Missbrauch – das Treffen hatte der Vater arrangiert.

Für das Gericht blieb letztlich unklar, wie viele Treffen zwischen dem Sohn und dem Pastor tatsächlich stattfanden. In den Aussagen des Hauptbelastungszeugen, dem Sohn, fanden sich deutliche Widersprüche. Unklar blieb auch, wie das Leben des Jugendlichen beim Vater genau verlief und warum er zu ihm gezogen war.

Gegen den Pastor laufen noch Ermittlungen

Sicher ist jedoch, dass der Vater das Vertrauensverhältnis zu seinem Sohn ausnutzte und ihn in diese Szene einführte. Der 15-Jährige richtete schließlich selbst ein Escort-Profil ein und begann, Mitschüler zum Mitmachen zu überreden.

Der Verfahrenskomplex ist noch nicht abgeschlossen. Gegen den beteiligten Pastor laufen weitergehende strafrechtliche Ermittlungen. Er wird sich in einem eigenen Prozess verantworten müssen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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