HomePolitikInternationalUS-Sport unter Druck: US-Olympiakomitee schließt trans Frauen aus

US-Sport unter Druck: US-Olympiakomitee schließt trans Frauen aus

Neues Regelwerk folgt Trumps Erlass – Die einzelnen nationalen Sportverbände müssen Richtlinie umsetzen

Das US-amerikanische Olympische und Paralympische Komitee (USOPC) hat am Montag seine Teilnahmebedingungen geändert und trans Frauen von künftigen Frauenwettkämpfen im olympischen Sport ausgeschlossen. Dieser Schritt folgt einer Anordnung von Präsident Donald Trump, der im Februar eine Anordnung unterzeichnet hatte, die es Sportorganisationen untersagt, trans Frauen bei Frauenwettbewerben starten zu lassen.

In einem Update zur „Athlete Safety Policy“, das auf der Webseite des USOPC veröffentlicht wurde, heißt es, man werde mit nationalen und internationalen Partnern zusammenarbeiten, um ein „faires und sicheres Wettbewerbsumfeld für Frauen“ zu garantieren. Die Regelung nennt das Wort „transgender” nicht explizit, verweist jedoch eindeutig auf Trumps Erlass und ein entsprechendes Gesetz.

Nationale Verbände verlieren Entscheidungshoheit

Durch die Änderung verlieren die 54 nationalen Dachverbände unter dem Dach des USOPC ihre bisherige Entscheidungshoheit in Fragen der Geschlechterinklusion. „Sobald das USOPC eine solche Politik beschließt, müssen alle NGBs [National Governing Bodies, die einzelnen Sportverbände, Anm.] dieser folgen“, erklärte Phil Andrews, Geschäftsführer von USA Fencing, der New York Times (NYT) .

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Seine Organisation gehörte zu den ersten, die am Freitag eigene Richtlinien anpasste. Demnach dürfen trans Frauen künftig nur noch in Männerkategorien antreten. Auch nichtbinäre, intersexuelle und trans Männer sind davon betroffen.

USA Fencing hatte bereits in diesem Jahr für Schlagzeilen gesorgt, als eine Athletin bei einem Turnier nicht gegen eine trans Frau antreten wollte. Der Vorfall sorgte landesweit für Aufmerksamkeit und mündete in eine Anhörung im US-Kongress.

Umsetzung unklar – Widerstand aus einzelnen Bundesstaaten

Die Umsetzung von Trumps Vorgaben bleibt dennoch unübersichtlich. Einige Bundesstaaten, darunter Kalifornien und Minnesota, haben erklärt, sich nicht an den Erlass halten zu wollen. „Wie das Ganze sportartspezifisch und bundesstaatlich genau abläuft, ist noch völlig offen“, so Andrews. Möglich sei etwa die Einführung einer offenen oder gemischten Kategorie, um betroffene Athletinnen weiterhin starten zu lassen.

In einem Schreiben an die „Team USA Community“ betonte das USOPC, man habe seit Februar „konstruktive Gespräche mit Bundesbehörden“ geführt. „Als bundesrechtlich verankerte Organisation sind wir verpflichtet, den Erwartungen der Regierung zu entsprechen“, erklärten CEO Sarah Hirshland und Präsident Gene Sykes gemeinsam.

Auch bei der neuen IOC-Führung dürften trans Frauen das Nachsehen haben

Auch auf internationaler Ebene tut sich etwas. Die neue Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Kirsty Coventry, kündigte kürzlich an, eine neue, einheitliche Richtlinie zur Geschlechtergerechtigkeit im Spitzensport entwickeln zu wollen. Auch bei dieser dürften trans Frauen das Nachsehen haben.

„Es gibt überwältigende Unterstützung dafür, die Frauenkategorie zu schützen“, sagte Coventry der NYT. Dazu solle eine Taskforce gebildet werden, die gemeinsam mit den Sportverbänden eine konsensfähige Regelung ausarbeitet.

Bisher hatte das IOC die Entscheidung über die Startberechtigung trans Athletinnen den einzelnen Weltverbänden überlassen. Einige Sportarten wie Schwimmen oder Leichtathletik haben bereits eigene Regelungen eingeführt, andere lassen trans Frauen weiterhin in Frauenkategorien antreten.

Politischer Druck und gesetzliche Grundlage

Mit seinem Erlass droht Trump Organisationen, die trans Frauen in Frauenwettkämpfen zulassen, mit dem Entzug staatlicher Fördermittel. Schulen oder Verbände, die gegen diese Vorschriften verstoßen, könnten ihre Finanzierung verlieren. Außerdem enthält der Erlass Bestimmungen, die trans Frauen aus dem Ausland die Einreise zur Teilnahme an US-Wettbewerben untersagen.

Der rechtliche Hintergrund für diese Maßnahmen ist der „Ted Stevens Olympic and Amateur Sports Act“, der dem US-Kongress seit 2020 mehr Kontrolle über das Olympische und Paralympische Komitee gibt. Nach dem Missbrauchsskandal rund um Larry Nassar kann der Kongress bei Verstößen gegen die Vorgaben sogar den Vorstand des USOPC auflösen oder einzelne Sportverbände entmachten.

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