Mehr als 2.000 Menschen feierten am Samstag bei der Pride Parade in Innsbruck die Vielfalt der Gesellschaft. Der bunte Umzug führte über 4,3 Kilometer quer durch die Innenstadt und war geprägt von Musik, Regenbogenflaggen und politischen Botschaften – wenn auch in zurückhaltender Form.
Unter dem Motto „Du bist richtig so wie du bist“ machten die Teilnehmer:innen auf die Rechte von queeren Menschen aufmerksam. Laut Polizei blieb die Veranstaltung friedlich und verlief ohne Zwischenfälle. Organisiert wurde der Umzug von der „Pride Tirol“, unterstützt von mehreren Initiativen, darunter auch Vertreter:innen der SPÖ und NEOS.
Musik, Botschaften und symbolische Gesten
Die Parade startete bei der Messehalle und bewegte sich in einer großen Runde durch das Stadtzentrum. Angeführt wurde der Zug von mehreren geschmückten Fahrzeugen – darunter drei Lkw und ein Traktor – die jeweils mit eigenen Botschaften versehen waren. Auf den Wagen waren Sprüche zu lesen wie „Hetero-Sein war meine Phase“ oder „Kultur braucht Raum und Transparenz“.
Im Mittelpunkt stand eine übergroße Regenbogenflagge, die hinter dem „Pride-Tirol“-Wagen hergetragen wurde. Auf Ansprachen wie im Vorjahr wurde verzichtet. Stattdessen setzten die Organisator:innen auf ein musikalisch begleitetes Miteinander. House-Beats dröhnten aus den Lautsprechern, ein lautes „Happy Pride“ hallte durch die Gassen – auf Parolen wurde weitgehend verzichtet.
„Es geht uns um ein Brückenbauen zwischen Pride und dem kulturellen Leben der Stadt“, erklärte Parade-Leiter und Gemeinderat Mesut Onay im Vorfeld.
Junge Stimmen gegen Rechtsruck
Auch viele junge Menschen zeigten Präsenz – etwa Lina aus Weer, die gemeinsam mit Freund:innen an der Parade teilnahm. „Es ist wichtiger denn je, dass wir Jungen uns aktiv einsetzen. Die Rechten sollen keine Macht bekommen“, sagte sie der Tiroler Tageszeitung (TT) vor dem Start.
Influencerin Anna Strigl und Herby Stanonik, bekannt aus „Dancing Stars“, waren ebenfalls unter den Teilnehmer:innen. Beide hatten sich in der Öffentlichkeit offen zur queeren Community bekannt und wollten mit ihrer Teilnahme ein Zeichen setzen.
Mit ihrer Entscheidung, heuer auf die Innenstadt als Hauptschauplatz zu setzen, wollten die Veranstalter:innen die Sichtbarkeit erhöhen und gleichzeitig einen Schulterschluss mit der lokalen Kulturszene herstellen. Im Vergleich zum Vorjahr wirkte die Veranstaltung reduzierter, aber dadurch auch fokussierter auf das Wesentliche: die politische und gesellschaftliche Botschaft der Pride.

