Was geschah in den letzten Stunden vor dem Verschwinden von Daniel Küblböck? Dieser Frage geht eine neue ARD-Dokumentation nach, die zum 40. Geburtstag des ehemaligen DSDS-Stars erscheint. Darin wird auch eine bislang unveröffentlichte Sprachnachricht an seinen Ex-Freund Manuel Pilz erstmals öffentlich gemacht.
Reise mit der AIDAluna wurde zur Tragödie
Am 29. August 2018 ging Daniel Küblböck in Hamburg an Bord der AIDAluna, die Kurs auf New York nahm. Nur wenige Tage später, am 9. September, wurde gegen 4 Uhr morgens ein „Mann über Bord“ gemeldet – nahe der Küste Neufundlands.
Eine Überwachungskamera des Kreuzfahrtschiffs zeichnete den Moment auf, in dem Küblböck offenbar ins Meer sprang. Eine groß angelegte Suchaktion verlief erfolglos, sein Körper wurde nie gefunden. 2021 erklärte ein Gericht ihn für tot.
Küblböck nannte sich Lana Kaiser und lebte als Transperson
Zuletzt lebte Küblböck als Transperson unter dem Namen Lana Kaiser. In der ARD-Doku berichten Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter wie Dragqueen Olivia Jones, DSDS-Juror Thomas Stein und Moderatorin Frauke Ludowig über diese Zeit. Sie schildern einen Menschen, der zunehmend mit seiner geschlechtlichen Identität rang.
Die Doku beschreibt, wie sich Küblböck in den Monaten vor der Reise immer mehr mit seiner neuen Identität auseinandersetzte. Er trug Frauenkleidung und sprach mit Vertrauten über eine mögliche Hormontherapie. Die Mitreisende Ulrike Genglawski berichtet in der Doku, dass Lana an Bord „partyfreudig, aber auch angespannt“ wirkte.
Streit in der Bord-Diskothek und homophobe Bemerkung
Sie erinnert sich an einen Vorfall in der Diskothek des Schiffs. Lana sei dort in einen Streit geraten und habe daraufhin einen Passagier angerempelt. Dieser habe laut Genglawski mit einer queerfeindlichen Bemerkung reagiert. Ob dieses Erlebnis mit dem späteren Verschwinden in Zusammenhang steht, bleibt unklar.
„Das Thema an Bord war: Der Küblböck ist da“, sagt Genglawski in der Doku. Lana sei aufgefallen und habe viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Letzte Worte an Ex-Freund: „Ich möchte von diesem Schiff runter“
Ein besonders bewegender Moment der Dokumentation ist die letzte Sprachnachricht von Lana an ihren Ex-Freund Manuel Pilz: „Hallo Manni, ich bin’s der Daniel, äh, also die Lana eigentlich. Ich wollte dir nur sagen, dass ich gern von diesem Schiff hier runter möchte. Ich würde gern nach New York fliegen. Auf dem Schiff klappt irgendwie nichts, wie ich es mir … ruf mich doch bitte zurück. Alles klar, mach’s gut, ciao.“
Diese Nachricht gibt einen seltenen Einblick in die Gefühlslage von Küblböck in seinen letzten Stunden. Die Umstände seines Verschwindens bleiben dennoch rätselhaft. Die ARD zeigt die Dokumentation ab 26. August in ihrer Mediathek.

