Der Klagsverband zur Durchsetzung der Rechte von Diskriminierungsopfern ist ein österreichischer Dachverband von über 70 NGOs und Antidiskriminierungsstellen, darunter viele aus dem LGBTI-Bereich. Er unterstützt seine Mitglieder mit rechtlicher Beratung und bringt strategisch ausgewählte Fälle vor Gericht, um diskriminierten Menschen zu ihrem Recht zu verhelfen.
Seit Juni 2025 steht der Klagsverband unter neuer Führung: Thomas Mördinger ergänzt als wirtschaftlicher Geschäftsführer und Kommunikationsleiter die bisherige Alleingeschäftsführerin Theresa Hammer, die weiterhin den juristischen Bereich verantwortet. Gemeinsam wollen sie den Zugang zum Recht für diskriminierte Gruppen sichern und stärken.
Finanzielle Absicherung trotz knapper Budgets
Thomas Mördinger verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen politische Kommunikation und Interessenvertretung. Zuletzt war er als externer Berater für NGOs tätig. Davor leitete er über sieben Jahre lang die Public-Affairs-Abteilung des Dachverbands ÖKOBÜRO – Allianz der Umweltbewegung und war dort zuletzt stellvertretender Geschäftsführer.
Er folgt auf Paul Haller, der den Verband seit 2022 geleitet hat. Mördinger erklärt: „Der Klagsverband ist eine bedeutende Instanz bei der Weiterentwicklung des Antidiskriminierungsrechts in Österreich. Mein Ziel ist es, dass auch in budgetär angespannten Zeiten genügend Mittel zur Verfügung stehen, um den Rechtszugang diskriminierter Gruppen zu sichern.“
Klagerechte auf alle Diskriminierungsformen ausweiten
Der Klagsverband ist nach dem Behindertengleichstellungsgesetz derzeit nur bei struktureller Diskriminierung von Menschen mit Behinderung klageberechtigt. Ein solches Verbandsklagerecht für andere Diskriminierungsgründe wie Alter, Geschlecht oder ethnische Herkunft fehlt bislang.
Diese rechtlichen Schutzlücken will die neue Geschäftsführung schließen. Theresa Hammer betont: „Wir bringen strategisch Einzelfälle vor Gericht, um Rechtssicherheit für alle zu schaffen. Um strukturelle Diskriminierung jedoch effektiv zu bekämpfen, braucht es ein Verbandsklagerecht für sämtliche Diskriminierungsbereiche.“
Österreich soll nicht auf EU-Richtlinie warten
Der Klagsverband sieht sich als treibende Kraft bei der Weiterentwicklung des österreichischen Antidiskriminierungsrechts. Zu den LGBTI-Mitgliedsvereinen zählen unter anderem die Aids-Hilfe Wien, die AGPRO, die Queer Business Women, Trans X, die HOSIs Salzburg und Wien, die Türkis Rosa Lila Villa, die Queer Base, VENIB – Verein Nicht-Binär, der Verein intergeschlechtlicher Menschen Österreich (VIMÖ) und der Regenbogenfamilienverband FAmOS.
Mit der neuen Doppelspitze will der Verband seine Rolle in rechtlicher und politischer Hinsicht weiter stärken. Mördingers Erfahrung soll dabei helfen, politische Unterstützung und Finanzierung langfristig abzusichern.

