HomeNewsAngst vor Neonazis beim CSD Bautzen: Strenge Auflagen und Großeinsatz der Polizei

Angst vor Neonazis beim CSD Bautzen: Strenge Auflagen und Großeinsatz der Polizei

Am Sonntag zieht der Christopher Street Day durch Bautzen – begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot und strengen Versammlungsauflagen. Grund ist die erhöhte Gefahr von Übergriffen, nachdem es im vergangenen Jahr zu rechtsextremen Angriffen gekommen war.

Am Sonntag findet in Bautzen der Christopher Street Day (CSD) statt. Der Landkreis hat im Vorfeld umfangreiche Einschränkungen für alle Versammlungen erlassen. Damit sollen mögliche Übergriffe verhindert werden. Die Polizei rechnet mit einer angespannten Lage und verstärkt den Einsatz.

Keine Bomberjacken oder Springerstiefel

In der Allgemeinverfügung der Versammlungsbehörde sind Kleidungsstücke aufgelistet, die als einschüchternd gelten oder Gewaltbereitschaft signalisieren könnten. Dazu zählen beispielsweise komplett schwarze Outfits, Bomberjacken und Springerstiefel. Auch Regenschirme, die das Gesicht verdecken, sind nicht erlaubt. Die Behörden verweisen auf das Risiko, dass bestimmte Symbole oder ein martialisches Auftreten Konflikte verstärken könnten.

Die Teilnehmenden dürfen nicht im Gleichschritt marschieren und keine Trommeln im Marschtakt schlagen. Ebenso untersagt sind Pyrotechnik, Fackeln, Glasflaschen, Dosen und Alkohol. Laut Landratsamt sollen damit Eskalationen verhindert werden.

Im letzten Jahr bedrohten Neonazis den CSD in Bautzen

Der Hintergrund: Im vergangenen Jahr wurde der CSD in Bautzen von etwa 700 Neonazis begleitet. Es kam immer wieder zu aggressiven Szenen. Die Abschlussveranstaltung musste aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Für die Behörden ist das ein entscheidender Grund, die Sicherheitsmaßnahmen im Jahr 2025 zu verschärfen.

Die Polizei spricht von einer „erhöhten Gefahr von Übergriffen“. Im Einsatz sind Kräfte der Polizeidirektion Görlitz, der Bereitschaftspolizei, des Landeskriminalamts, des Polizeiverwaltungsamts und der Bundespolizei. Große Teile der Innenstadt werden für den Auto- und den öffentlichen Nahverkehr gesperrt. Die Stadt rechnet mit erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Auf dem CSD Bautzen werden mehr als 2.000 Personen erwartet

Schätzungen zufolge werden 2.000 bis 3.000 Personen am CSD in Bautzen teilnehmen. Der Umzug steht in diesem Jahr unter dem Motto „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch in Bautzen!”. Start ist um 12:30 Uhr. Erwartet wird auch die Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch von der SPD. Zusätzlich sind sechs weitere Versammlungen von Unterstützern geplant, die sich dem Umzug anschließen werden.

Gleichzeitig hat das politisch rechte Spektrum eine Gegendemonstration mit 300 bis 700 Teilnehmenden angekündigt. Diese soll direkt hinter der CSD-Parade herlaufen. Die Polizei warnt vor möglichen verbalen und physischen Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen.

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