San Marino denkt laut über einen Rückzug vom Eurovision Song Contest 2026 in Österreich nach. Tourismusstaatssekretär Federico Pedini Amati kritisiert das aktuelle Regelwerk der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und sieht kleine Länder klar benachteiligt.
„Wir prüfen noch, wie wir weiter vorgehen. Ein Rückzug ist nicht ausgeschlossen“, sagte Pedini Amati. Er wirft der EBU vor, in den vergangenen Jahren wenig Rücksicht auf Kleinstaaten genommen zu haben.
Kritik am Voting
Vor allem das Televoting sorgt für Unmut. Länder mit geringer Bevölkerung haben im Publikumsvoting weniger Stimmen – und damit geringere Chancen, vorne zu landen. „Das aktuelle Regelwerk benachteiligt Kleinstaaten massiv. Wir wollen fair behandelt werden“, so der Staatssekretär.
Beim ESC 2025 in Basel trat der italienische Star-DJ Gabry Ponte für San Marino an und landete weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Im Kleinstaat am Berg Titan sorgte das für Frust.
Entscheidung offen
Amati steht in engem Austausch mit Roberto Sergio, dem Generaldirektor von San Marino RTV und der RAI. Auch der San Marino Song Contest, bei dem der nationale Vertreter ermittelt wird, ist Teil der Überlegungen. „Es ist ein komplexer Prozess“, sagte er.
Ob San Marino im kommenden Jahr beim 70. ESC in Österreich antritt, ist noch nicht entschieden. Die Regierung will die Lage weiter beobachten und erst dann eine endgültige Entscheidung treffen.

