Die Tat ereignete sich am 30. Juni in Bremen an der Haltestelle Jadestraße in der Bremerhavener Straße. Das Opfer war gerade aus einer Straßenbahn ausgestiegen, als die beiden Jugendlichen es unvermittelt attackierten. Laut Polizei traten und schlugen sie mehrfach auf die 18-Jährige ein, sogar noch, als sie bereits am Boden lag. Nach dem Angriff flüchteten die Täter. Die verletzte Person musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden.
Staatsschutz sichert bei Hausdurchsuchungen Beweise
Die Ermittlungen liegen beim Staatsschutz der Bremer Polizei. Dieser hat die Wohnungen der beiden Verdächtigen durchsucht und dabei Beweismaterial sichergestellt. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, konnte sie „die beiden 16 und 17 Jahre alten Täter ermitteln“. Grundlage dafür waren unter anderem Zeugenaussagen, die die Ermittler:innen auf die Spur der mutmaßlichen Angreifer:innen führten.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hatte das Amtsgericht Durchsuchungsbeschlüsse erlassen. Gegen die Jugendlichen wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Ob die Tat eine transfeindliche Motivation hatte, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.
Verdacht auf Hassverbrechen
Nach dem Angriff erklärte das Opfer, es sei in Bremen als trans Person bekannt und vermutlich auch als solche wahrgenommen worden. Der Staatsschutz untersucht deshalb, ob es sich um ein Hassverbrechen handelt. In Bremen kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Angriffen auf queere Menschen.
„Traurige Realität ist, dass queere Personen in Bremen immer mehr von homophober und transfeindlicher Abwertung, Bedrohung und Gewalt betroffen sind“, sagte der Bürgerschaftsabgeordnete Cindi Tuncel (Linke) Anfang Juli. Solche Taten seien keine Einzelfälle, sondern stünden im Zusammenhang mit einer aufgeheizten gesellschaftlichen Stimmung.
Deutliche Kritik aus der Politik
Auch andere Stimmen hatten nach der Tat auf die zunehmende Gewalt hingewiesen. Tuncel erklärte weiter: „Das ist kein Einzelfall und zeigt erschreckend deutlich: Rechte, queerfeindliche Hetze wirkt. Sie führt dazu, dass junge Menschen brutale Übergriffe ausführen – allein, weil sie jemanden als queer wahrnehmen.“
Die Polizei betonte, dass die Ermittlungen andauern und weitere Beweise ausgewertet werden. Dabei bleiben Hinweise von Zeug:innen weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Staatsschutzes.

