Im Mittelpunkt von „Twelve Bones“ stehen erneut Charlie und Sam, die nach den Ereignissen im ersten Band „Sixteen Souls“ endlich als Paar zusammengefunden haben. Ihr Wunsch nach einem normalen Leben bleibt jedoch unerfüllt: Ein brutaler Angriff reißt sie aus dem Alltag, und schon bald erkennen sie, dass eine neue Bedrohung über York liegt.
Dieses Mal sind es nicht die Geister, die in Gefahr geraten, sondern die Lebenden. Parallel taucht eine rätselhafte Organisation namens „Die Hand“ auf, deren Machenschaften Charlie und seine Freunde bald zwischen alle Fronten geraten lassen.
Mehr Action, mehr Bedrohung, mehr Herz
Im Vergleich zum ersten Band zieht Talbot dabei die Action deutlich an, ohne dabei die emotionale Tiefe zu verlieren. „Twelve Bones“ wirkt temporeicher: Verfolgungsjagden, Kämpfe und unheimliche Schattenwesen prägen den Plot. Gleichzeitig bleibt die Beziehung zwischen Charlie und Sam das Herzstück. Talbot führt sie nicht als schmückendes Beiwerk, sondern als gleichberechtigte Säule der Handlung.
Dass ein schwules Paar die Geschichte trägt, ist keine Selbstverständlichkeit. Ihre Charaktere existieren nicht in einer Nische, sondern im Zentrum einer großen Fantasy-Erzählung. Damit setzt Talbot ein Zeichen: Queere Identitäten werden als normaler Teil des Erzähluniversums etabliert. Diese Selbstverständlichkeit macht die Reihe auch für ein jüngeres Publikum so wichtig.
Literarischer Ton zwischen Mystery und Young Adult
Sprachlich bleibt Talbot ihrer Linie treu: Sie schreibt klar, schnell und bildhaft, ohne unnötige Längen. Szenen in den dunklen Straßen von York, durchzogen von Nebel und Schatten, wechseln mit Dialogen, die die Dynamik zwischen den Figuren vorantreiben.
Die Yorkshire Post lobte, Talbot gelinge es, „die historische Kulisse von York atmosphärisch auszuschöpfen, ohne die Geschichte in touristische Nostalgie kippen zu lassen“. Stattdessen wirkt die Stadt wie ein eigener Charakter, der Bedrohung und Magie zugleich ausstrahlt.
Fazit ohne Schlussfolgerung
„Twelve Bones“ knüpft nahtlos an „Sixteen Souls“ an und schiebt die Handlung zugleich in neue Dimensionen. Größere Gefahren, eine geheimnisvolle Organisation und das Ringen um Sicherheit im Schatten der Stadt – all das verdichtet Talbot zu einem Roman, der Mystery, queere Repräsentation und jugendliche Perspektive verbindet.
Dabei bleibt spürbar, dass es nicht nur um Geister geht, sondern um Gemeinschaft, Liebe und den Mut, sich dem Unbekannten zu stellen.


