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Gift statt Solidarität: Matthias Mangiapane, Aaron Königs und Lucas Schwarze beleidigen queere Kollegen

In der neuen Reality-Show „The Power“ fallen homofeindliche und sexistische Aussagen – ausgerechnet von schwulen Teilnehmern gegen andere queere Persönlichkeiten. ProSieben zeigt die Szenen unkommentiert.

In der aktuellen Joyn- und ProSieben-Produktion „The Power“ sorgen mehrere queere Kandidaten für Empörung – durch massive verbale Entgleisungen gegen Mitglieder der eigenen Community. Besonders im Fokus steht Reality-TV-Darsteller Matthias Mangiapane, der in einer Unterhaltung mit Aaron Königs („Promi Big Brother“) und Ex-GNTM-Kandidat Lucas Schwarze mit abfälligen und beleidigenden Kommentaren auf andere schwule Promis losgeht.

„Katy Bähm ist eine Fotze“

In der Show, in der sich die Teilnehmer durch Intrigen und Allianzen die Chance auf 40.000 Euro Preisgeld sichern wollen, geht es im Gespräch der drei offen schwulen Männer bald weniger um Strategie – und mehr um Beleidigungen. Besonders hart trifft es Drag Queen Katy Bähm (bürgerlich Burak Bildik), über die Mangiapane sagt: „Katy Bähm ist eine Fotze!“

Lucas Schwarze nennt die ehemalige „Promi Big Brother“-Teilnehmerin eine „falsche Ratte“, während Aaron Königs den Namen in den Raum wirft mit dem Gedanken: „Minderheiten müssen zusammenhalten.“ Doch statt Zusammenhalt zeigen die Szenen das Gegenteil: offener Hass innerhalb der LGBTI-Community.

„Keinen Bock auf diese ganzen Schwuchteln“

Auch andere queere Persönlichkeiten bleiben nicht verschont. Über Ex-Dschungelcamp-Teilnehmer Manuel Flickinger sagt Mangiapane: „Der ist auch so ein Opfer, ich schwöre.“ Aaron Königs parodiert daraufhin Flickingers Drag-Charakter „Lafayette Diamond“.

Nina Queer
privat

Als Drag Queen Nina Queer zur Sprache kommt, ruft Lucas Schwarze: „Die hasse ich!“ – und imitiert Kotzgeräusche. Mangiapane legt nach: „Ist auch so ein richtiges Drecksviech. Ich habe gar keinen Bock auf diese ganzen Schwuchteln.“

Für die Betroffene sind diese Aussagen schwer zu verstehen. Dragqueen Nina Queer, die selbst nicht unumstritten ist, sagt gegenüber Bild : „Ich frage mich, wo dieser grenzenlose Hass und diese Seelenlosigkeit herkommt.“ Sie kenne Mangiapane nur aus dem Fernsehen.

Erinnerungen an „Promis unter Palmen“

Der Fall erinnert an die umstrittene Sat.1-Show „Promis unter Palmen“, bei der 2020 ebenfalls homophobe Aussagen ausgestrahlt wurden – mit Katy Bähm als Opfer. Die Sendergruppe hatte sich später distanziert.

In diesem Fall verteidigt ProSieben-Sprecher Christoph Körfer die verbalen Entgleisungen der Promis: „In der von Ihnen angesprochenen Szene lästern drei queere Menschen über andere queere Menschen. Wir sind der Meinung, dass man im Kontext der gesamten Folge diese Szene zeigen sollte, da sie die Realität abbildet.“

Mangiapane zeigt keine Reue

Auf Nachfrage verteidigt Matthias Mangiapane seine Aussagen. Über Nina Queer sagt er: „Sie ist für mich kein Sympathieträger.“ Den Begriff „Opfer“ im Zusammenhang mit Flickinger erklärt er damit, dass dieser sich „oft ausnutzen lässt“. Zu Katy Bähm meint er: „Sie ist sicher auch keine Heilige.“ Und weiter: „Wer von denen ist da, wenn es mir mal schlecht geht? Meine Community sind meine Familie und meine engsten Freunde.“

Betroffene fühlen sich im Stich gelassen

Manuel Flickinger
Manuel Flickinger/RTL

Manuel Flickinger, der sich öffentlich für Vielfalt einsetzt und auf CSDs auftritt, reagiert betroffen: „Millionen gehen weltweit für mehr Akzeptanz auf die Straße – und dann so was!“ Besonders verstörend: Noch 2024 nahm Mangiapane selbst am CSD in Dresden teil und sprach öffentlich über Diskriminierungserfahrungen als homosexueller Mann.

Flickinger erinnert sich auch an einen homophoben Angriff im Drag-Outfit beim Kölner CSD vor zwei Jahren. „Jetzt sogar öffentlich im Fernsehen vor Millionen diffamiert zu werden – von LGBT-Leuten selbst – ist einfach nur hässlich“, sagt er im Gespräch mit Bild.

Sender in der Kritik

Die Tatsache, dass ProSieben die Szenen ohne redaktionelle Einordnung oder Warnhinweise ausstrahlt, sorgt auch in der queeren Community für Kopfschütteln. Während in sozialen Netzwerken zunehmend Kritik laut wird, verteidigt der Sender seine Entscheidung – mit dem Hinweis auf Authentizität und Realitätstreue.

Ob diese Realität der Community nützt oder schadet, bleibt öffentlich diskutiert.

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