Die RosaLila PantherInnen (RLP) hätten dieses Jahr zum ersten Mal mit einer eigenen Hütte beim „Aufsteirern” in Graz teilnehmen sollen. Das „Aufsteirern” ist eine der größten Brauchtumsveranstaltungen des Landes. Die Einladung dazu kam direkt von den Organisator:innen der Ivents Kulturagentur. Doch daraus wird nun nichts: Nach einer Intervention des Landes Steiermark wurde die Teilnahme kurzfristig abgesagt.
Offizielle Absage kam über Umwege
Die RosaLila PantherInnen erhielten die Absage nicht auf offiziellem Weg. Sie erfuhren zuerst durch einen Artikel in der Kronen Zeitung davon. Erst später folgte eine direkte Mitteilung der Veranstalter:innen des „Aufsteirern“.
Diese zeigten sich in einer Stellungnahme ebenfalls betroffen: „Die Agentur hat uns schweren Herzens abgesagt und gleichzeitig angeboten, eventuell entstandene Stornokosten zu übernehmen.“
Laut Kronen Zeitung lautet die Begründung des Landes für die Absage: „Der volkskulturelle Mehrwert des Vereins ,RosaLila PantherInnen‘ ist in diesem Kontext nicht erkennbar und kann durchaus in anderen dafür vorgesehenen Veranstaltungsformaten Platz finden.“ Die Volkskultur fällt unter die direkte Zuständigkeit von Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ).
„Wir sind genauso Teil der Kultur wie alle anderen“
In ihrer Reaktion auf die Absage betonen die RosaLila PantherInnen, dass sie seit über 30 Jahren Teil der steirischen Gesellschaft sind und somit ebenfalls Tradition und Kultur verkörpern wie das Volksfest selbst.
„Volkskultur lebt nicht vom Ausschluss, sondern von Teilhabe, Vielfalt und Gemeinschaft“, erklärt die Organisation. Ihr Hüttenkonzept habe bewusst traditionelle Elemente enthalten. Dazu zählen Lederhosen, Dirndl, steirische Schmankerl wie Bratlfettnbrot und Lebkuchenherzen sowie die Einbettung in die Handwerksmeile mit Blick auf eine Bühne, auf der steirische und rumänische Volksmusik gespielt wird.
Kein eigener Musikact, keine Provokation geplant
Anders als von Kritikern unterstellt, war kein eigener Showact geplant. „Wir wollten uns bewusst ins bestehende Programm einfügen“, betonen die RLP. Die Hütte hätte sich in die Stubenberggasse eingereiht, wo Handwerk, Tracht und Musik zum Kern des Festes gehören.
Die RosaLila PantherInnen wollten damit sichtbar machen, dass queere Menschen ganz selbstverständlich Teil der steirischen Volkskultur sind. Die Absage empfinden sie deshalb als klares Zeichen der Ausgrenzung.
Offiziell hat sich das Land Steiermark bislang nicht zu den Gründen der Absage geäußert. „Wir gehören zur steirischen Gesellschaft wie alle anderen“, heißt es abschließend von den RosaLila PantherInnen. „Dass wir nicht dabei sein dürfen, ist ein fatales Signal.“

