HomeNewsChronikBochum: Jugendliche nach brutaler Attacke auf schwulen Mann verurteilt

Bochum: Jugendliche nach brutaler Attacke auf schwulen Mann verurteilt

Fünf Teenager haben in Bochum einen Mann über eine Dating-App in eine Falle gelockt und brutal überfallen. Jetzt wurden sie vom Landgericht verurteilt.

Das Landgericht Bochum hat am Montag fünf Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren wegen eines brutalen Übergriffs auf einen 60-jährigen Mann verurteilt. Der Haupttäter, ein 18-Jähriger, wurde zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt. 

Haupttäter muss viereinhalb Jahre in Haft

Der Richter sah besonders schweren Raub und gefährliche Körperverletzung als erwiesen an. In das Urteil floss auch eine frühere Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten ein, die bislang nicht vollstreckt wurde.

Bei dem Hauptangeklagten stellte das Gericht eine „deutliche Verrohung“ und „homophobe Tendenzen“ fest. Er hatte dem Opfer bei der Tat ein Messer an den Hals gehalten und ihm gedroht, es „abzustechen“. Der Übergriff war geplant und zielte darauf ab, das Opfer zu erniedrigen und auszurauben.

Opfer wurde über Dating-App gelockt

Den Ermittlungen zufolge kontaktierten die Jugendlichen den Mann über eine Dating-App für schwule Männer. Sie vereinbarten ein Treffen am 6. Februar in einem abgelegenen Bereich des Westparks in Bochum. Das Opfer, ein 60-jähriger Mann, erschien dort in der Erwartung, einen sexuellen Kontakt zu haben. Stattdessen traf er auf die fünf Jugendlichen.

Ohne Vorwarnung griffen sie ihn an. Zeugenaussagen zufolge schlugen und traten sie auf ihn ein, beschimpften ihn als „schwule Sau“ und fügten ihm schwere Verletzungen zu. Nur durch Zufall gelang es dem Mann, blutüberströmt zu fliehen und die Polizei zu verständigen. Die Beamten nahmen die Angreifer kurz darauf in Tatortnähe fest.

Weitere Täter zu Arrest und Sozialstunden verurteilt

Neben dem Haupttäter wurden vier weitere Jugendliche verurteilt. Ein 18-Jähriger erhielt eine Jugendstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Zwei 16-Jährige und ein 17-Jähriger wurden zu Dauerarrest zwischen zwei und vier Wochen verurteilt. Zudem müssen sie jeweils 50 bis 100 Sozialstunden ableisten.

Die Richter zeigten sich erschüttert über die Brutalität der Tat. Besonders der schwulenfeindliche Hintergrund spielte bei der Urteilsbegründung eine Rolle.

Opfer sechs Wochen arbeitsunfähig

Bei dem Angriff erlitt das Opfer eine Gehirnerschütterung, schwere Prellungen im Gesicht und zwei gebrochene Rippen. Es wurde zwei Tage stationär behandelt und war insgesamt sechs Wochen lang arbeitsunfähig.

Die Jugendlichen erbeuteten bei dem brutalen Angriff lediglich zwei Schlüsselbunde. Die Verurteilten haben noch die Möglichkeit, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen.

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