Monica Helms, US-Navy-Veteranin und Schöpferin der bekannten hellblau-rosa-weißen Transgender-Pride-Flagge, hat angekündigt, die Vereinigten Staaten zu verlassen. Sie erklärte, dass sie und ihre Frau Darlene Wagner nach Costa Rica ziehen möchten. „Wir wollen in einem Land leben, das heute sicherer ist als die USA“, so Helms.
Im Gespräch mit dem Bay Area Reporter beschrieb Helms ihre wachsende Angst: „Wir befürchten, dass etwas passieren könnte, wo wir nur wegen unserer Identität verhaftet werden.“ Auch in ihrem Heimatstaat Georgia fühle sie sich nicht mehr sicher.
Welle an Anti-Trans-Gesetzen in den USA
Die Unsicherheit von Helms und ihrer Frau spiegelt sich in aktuellen Zahlen wider. Der Trans Legislation Tracker meldete allein im Jahr 2025 knapp 1.000 Gesetzesinitiativen in 49 Bundesstaaten, die Rechte von trans Menschen einschränken sollen. 121 dieser Vorlagen sind bereits verabschiedet, weitere 216 aktiv.
In Georgia wurden seit 2023 fast drei Dutzend solcher Gesetze eingebracht. Dazu zählen ein Verbot für trans Mädchen im Schul-Sport, das Ende staatlicher Unterstützung für trans Inhaftierte und ein Gesetz, das medizinische Behandlungen für Jugendliche mit Geschlechtsdysphorie untersagt. Auch der sogenannte Religious Freedom Restoration Act sorgt für Kritik, da er Diskriminierung unter Berufung auf religiöse Freiheit erleichtern könnte. „Wir wollen nicht an einem Ort leben, wo solche Gefahren drohen“, so Helms.
Wachsende Bedrohung auch in liberalen Staaten
Helms betonte, dass die Lage nicht nur in konservativ regierten Bundesstaaten kritisch sei. „Sogar in blauen Staaten beginnen Probleme sichtbar zu werden“, sagte sie. Sie verwies auf Kalifornien, wo der Gouverneur pro-LGBTI-Gesetze blockiert habe, sowie auf New Jersey, wo Schulbehörden versuchten, trans Schüler ohne deren Zustimmung zu outen. Auch Kliniken in liberalen Regionen verweigern inzwischen trans Jugendlichen medizinische Versorgung – aus Angst vor politischem Druck.
Die Unsicherheit führt dazu, dass immer mehr trans Menschen über Auswanderung nachdenken. Einer Umfrage des Williams Institute zufolge erwog fast die Hälfte aller trans Erwachsenen, ihren Bundesstaat oder sogar die USA zu verlassen. Fälle von Familien, die nach Australien, Neuseeland oder Kanada ziehen, nehmen zu.
Symbolkraft der Transgender-Flagge
Die Transgender-Flagge, die Helms 1999 nach einem Gespräch mit dem Schöpfer der Bisexual-Pride-Flagge entwarf, ist heute weltweit bekannt. Sie besteht aus hellblauen, rosa und einem weißen Streifen. „Der weiße Streifen steht für Menschen, die intersexuell, transitioning oder nicht-binär sind“, erklärte Helms. Wichtig sei ihr, dass die Flagge frei nutzbar bleibt. „Egal, wie man sie aufhängt – sie ist immer richtig. Das symbolisiert, dass wir die Richtigkeit in unserem Leben finden.“
2014 übergab Helms das erste Original der Flagge dem Smithsonian National Museum of American History in Washington. Damit sollte trans Geschichte sichtbar gemacht werden, die in vielen Museen bis dahin „nicht existent“ gewesen sei.

