HomeSzeneWienAus Schwulenhass: Bekannter Rapper vor der Babenberger-Passage spitalsreif geprügelt

Aus Schwulenhass: Bekannter Rapper vor der Babenberger-Passage spitalsreif geprügelt

Nach einem schweren Angriff auf den Wiener Musiker „en6o“ vor der Babenberger Passage hat die Staatsanwaltschaft fünf junge Männer angeklagt. Die Tat soll homophob motiviert gewesen sein. Das Opfer erlitt massive Kopfverletzungen.

Es war in den frühen Morgenstunden des 20. Mai 2025, als es vor der Babenberger Passage – einem der bekanntesten Clubs der Wiener Innenstadt – zu einem brutalen Angriff kam. Das Opfer war der 24-jährige Rapper „en6o“. Der Musiker wurde zunächst von einer vierköpfigen Gruppe beleidigt. Kurz darauf eskalierte die Situation.

Die Gruppe schlug auf den Rapper ein, bis er wehrlos am Boden lag. Dann trat ein Angreifer mit Anlauf gegen seinen Kopf. Dabei erlitt der Musiker mehrere Brüche des Schädelknochens sowie einen Trümmerbruch der Nase. Er musste notoperiert werden und wird weiterhin medizinisch betreut.

Hinweise nach Social-Media-Postings von Rap-Stars

Nach dem Angriff veröffentlichten zwei bekannte Deutschrapper ein Foto mit einem der Tatverdächtigen auf Instagram. Einer von ihnen, der über 500.000 Follower hat, schrieb dazu: „Gestern wurde mein Freund mit dem Fuß ins Gesicht getreten. Wenn irgendjemand weiß, wer das ist, bitte unbedingt melden.“

Diese Postings erreichten ein Millionenpublikum und führten zu zahlreichen Hinweisen bei der Polizei. In der Folge wurde ein 19-jähriger Wiener festgenommen. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Inzwischen wurde gegen insgesamt fünf Männer Anklage erhoben.

Schwulenfeindliche Beleidigungen vor brutaler Attacke

Laut der Staatsanwaltschaft Wien haben die Beschuldigten den Rapper vor der Attacke erkannt und schwulenfeindlich beleidigt. Die Tat sei durch Hass auf queere Menschen motiviert gewesen, davon ist die Anklagebehörde überzeugt. In der Anklageschrift ist von „purer Lust am Prügeln” die Rede.

Demnach habe der 19-jährige Hauptverdächtige, ein Hobby-Fußballer, dem Opfer einen derart starken Stoß versetzt, dass dieses zu Boden fiel. Danach habe er, so die Anklage, Anlauf genommen und dem am Boden Liegenden mit dem Innenrist des Fußes ins Gesicht getreten.

Weitere Gewaltvorwürfe und ein „Rap-Diss“ im Netz

Laut Staatsanwaltschaft sollen die fünf Angeklagten bereits Ende April einen anderen Clubbesucher verfolgt und geschlagen haben. Wenige Tage später kam es vor dem Volkstheater zu einem weiteren tätlichen Angriff, nachdem es zunächst zu verbalen Beschimpfungen und einem Wurf mit einer Bierdose gekommen war.

Ein weiterer Punkt in der Anklage betrifft den Zweitangeklagten. Er soll im Juli einen „Rap-Diss“ gegen „en6o“ veröffentlicht haben, in dem erneut schwulenfeindliche Inhalte verbreitet wurden. Das Posting soll explizit zum Teilen aufgefordert haben.

Einer der Verteidiger distanziert sich von Gewalt

Rechtsanwalt Sascha Flatz, der einen der Angeklagten vertritt, sagte gegenüber der Kronen Zeitung: „Mein Mandant ist selbst schockiert von der Brutalität dieses Angriffs und hatte damit nichts zu tun.“

Die Ermittlungen der Polizei dauern weiterhin an. Der Termin für den Strafprozess am Landesgericht Wien steht noch nicht fest.

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