HomeGesundheitHIV/AidsIm Aids Hilfe Haus: Wien bekommt ein neues Zentrum für sexuelle Gesundheit

Im Aids Hilfe Haus: Wien bekommt ein neues Zentrum für sexuelle Gesundheit

lMit dem magnus* Ambulatorium entsteht ab 2026 bei der Aids Hilfe Wien eine zentrale, barrierefreie Anlaufstelle für sexuelle Gesundheit – offen für alle, kostenlos und mehrsprachig.

Bei der Aids Hilfe Wien soll Ende März 2026 ein neues Gesundheitszentrum seine Pforten öffnen: das magnus* Ambulatorium für sexuelle Gesundheit. Das Angebot richtet sich an alle Menschen in Wien, unabhängig von ihrer Herkunft, Sprache, Geschlechtsidentität oder ihrem Versicherungsstatus.

Umfassende Versorgung an einem Ort

Unter einem Dach werden Diagnostik, medizinische Behandlung, Beratung, psychosoziale Unterstützung und Präventionsangebote gebündelt. Ziel ist es, den Zugang zu sexueller Gesundheit zu erleichtern – niederschwellig, kostenlos und anonym.

Mirijam Hall, die Vorsitzende der Aids Hilfe Wien, betont: „Wir wollen testen, behandeln und begleiten – aus einer Hand und ohne Hürden. Mit dem Zentrum für sexuelle Gesundheit schaffen wir ein Angebot, das allen Menschen offensteht und eine gerechtere Gesundheitsversorgung ermöglicht.“

HIV-Tests, STI-Diagnostik, PrEP und PEP

Im Zentrum können sich Menschen auf HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) testen lassen. Das Ambulatorium fungiert außerdem als Referenzstelle für die HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) sowie für die PEP, eine Notfallbehandlung nach möglichem HIV-Kontakt. Auch nicht versicherte Personen erhalten Zugang zu medizinischer Betreuung, insbesondere bei HIV.

Es sind jährlich rund 32.000 Kontakte geplant. Damit entsteht eine wichtige Entlastung für Krankenhäuser und niedergelassene Ärzt:innen – und gleichzeitig ein Ort, der auf die Bedürfnisse besonders vulnerabler Gruppen ausgerichtet ist.

Daten erfassen, Versolrgung verbessern

„Das Zentrum stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Gesundheitsversorgung dar“, sagt der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker von der SPÖ. „Es erleichtert vulnerablen Gruppen, die bisher kaum erreicht wurden, den Zugang zu grundlegenden Gesundheitsleistungen. Gleichzeitig fördert es einen positiven, selbstbestimmten Umgang mit Sexualität und bietet Hilfe frei von Diskriminierung.“

Ein besonderes Merkmal des magnus* Ambulatoriums ist die Einrichtung eines statistischen Kompetenzzentrums für sexuell übertragbare Infektionen (STI). Damit sollen Daten zu sexuell übertragbaren Infektionen künftig systematisch erfasst und ausgewertet werden. Dies ist ein bisher fehlendes Element in der österreichischen Gesundheitsversorgung.

Ein Leuchtturmprojekt, um die Gesundheit nachhaltig zu verbessern

Für Agnes Streissler-Führer, stellvertretende Vorsitzende des Landesstellenausschusses der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) in Wien, ist das Zentrum für sexuelle Gesundheit ein Leuchtturmprojekt: „Es zeigt, wie Prävention, Versorgung und Datenmanagement ineinandergreifen können, um die Gesundheit der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern.“

Das Ziel besteht in einer besseren Planbarkeit, gezielteren Prävention und einem transparenten Überblick über die Versorgungslage – nicht nur in Wien, sondern mit möglichem Vorbildcharakter für ganz Österreich.

Vielfalt anerkennen, Barrieren abbauen

Der Name „magnus*” ist eine Hommage an Magnus Hirschfeld, einen Wegbereiter für sexuelle Aufklärung und medizinische Gleichbehandlung. Das Sternchen im Namen steht für Vielfalt, Inklusion und Offenheit – zentrale Werte, die sich im gesamten Konzept des Zentrums widerspiegeln.

Das Ambulatorium versteht sich als Fortsetzung der 40-jährigen Geschichte der Aids Hilfe Wien und zugleich als Schritt in eine moderne, integrative Zukunft. Der Zugang ist mehrsprachig, barrierefrei und ohne Stigmatisierung möglich.

„Wir bieten hier nicht nur medizinische Versorgung“, sagt Streissler-Führer, „sondern schaffen auch einen Ort, an dem sich Menschen sicher, respektiert und angenommen fühlen.“

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