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Polizei ermittelt nach homophobem Angriff bei Gemeindefest in Essen

Ein Streit um eine Regenbogenfahne hat bei einem katholischen Gemeindefest in Essen zu einem Angriff geführt. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Körperverletzung, der Täter ist bislang flüchtig.

Die Polizei in Essen ermittelt wegen eines mutmaßlich schwulenfeindlichen Angriffs, der sich am vergangenen Samstagabend bei einem Gemeindefest der Pfarrei St. Dionysius ereignet hat. Ein 22-Jähriger hat Strafanzeige gestellt, da er von einem bislang unbekannten Mann attackiert worden sei, so eine Polizeisprecherin. Es werde wegen des Verdachts auf schwere Körperverletzung ermittelt.

Streit um Fahne eskaliert

Laut einem Bericht des Bistums Essen kam es zunächst zu einer Diskussion über die aufgestellte Regenbogenfahne. Diese hatte hinter einer Bühne gehangen, auf der eine Band spielte. Nachdem das Fest wegen Regens in den Gemeindesaal verlegt worden war, sprachen Unbekannte die beiden Jugendleiter der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) an und stellten die Vereinbarkeit der Fahne mit den Werten der katholischen Kirche infrage.

Die Betroffenen antworteten eigenen Angaben zufolge sachlich und erklärten, dass sie Vielfalt und Glauben für vereinbar hielten. Doch die Situation eskalierte: Einer der Angreifer soll mit der Faust zugeschlagen und ein Bierglas in Richtung der Jugendleiter geworfen haben. Anschließend flohen die Täter, noch bevor die alarmierte Polizei eintraf.

Solidarität mit Jugendverband

Die KjG St. Michael hat den Angriff am Sonntag über Instagram öffentlich gemacht. „Uns ist wichtig, dass sich jeder Mensch bei uns wohlfühlen kann. Diskriminierung, Hetze und Gewalt haben bei uns keinen Platz“, hieß es dort. Zahlreiche Solidaritätsbekundungen folgten auf den Beitrag.

Zudem positionierte sich die Jugendgruppe klar gegen rechtsextreme Tendenzen: „Wir setzen eine klare Kante gegen Rechts. Wir bleiben präsent. Die Regenbogenfahne bleibt. Wir sind mehr“, so die KjG in ihrem Statement.

Bischof verurteilt Gewalt scharf

Auch der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck verurteilte den Angriff auf zwei Leiter der Katholischen jungen Gemeinde (KjG). „Eine solche Tat darf in unserer Kirche, die für Toleranz, Respekt und Vielfalt stehen soll, keinen Platz haben“, erklärte Overbeck.

Er betonte, dass Zeichen wie die Regenbogenfahne dafür stünden, dass alle Menschen von Gott angenommen sind – „unterschiedslos, voraussetzungs- und bedingungslos“. Zugleich würdigte er das Engagement der KjG, die sich „friedlich und mutig für eine offene, bunte Kirche“ einsetzt.

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