HomeNewsChronikErneuter Angriff auf „Maneo“ in Berlin-Schöneberg

Erneuter Angriff auf „Maneo“ in Berlin-Schöneberg

In der Nacht auf Freitag ist es in Berlin-Schöneberg erneut zu einem Angriff auf das Anti-Gewalt-Projekt „Maneo“ gekommen. Wie die Polizei mitteilte, hörte eine Zeugin gegen 3:40 Uhr ein lautes Klirren in der Bülowstraße. Sie beobachtete, wie sich zwei Personen vom Gebäude entfernten und davonrannten.

Tür und Fensterscheibe beschädigt

Kurz darauf trafen Einsatzkräfte der Polizei ein. Vor Ort stellten sie eine beschädigte Eingangstür sowie eine zerstörte Fensterscheibe fest. Außerdem lag ein Stein auf dem Boden, der offensichtlich gegen die Scheiben geworfen worden war.

Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin übernahm die Ermittlungen. Wie bei mutmaßlich politisch motivierten Taten üblich, wird geprüft, ob ein queerfeindlicher Hintergrund vorliegt.

Zweiter Vorfall innerhalb weniger Tage

Bereits am vergangenen Sonntag hatte es einen ähnlichen Vorfall gegeben. Auch damals wurde eine Fensterscheibe des Projekts eingeschlagen. In diesem Zusammenhang wurde von drei flüchtenden Personen berichtet. 

Das Projekt „Maneo“, das vom Verein Mann-O-Meter getragen wird, bietet seit mehr als drei Jahrzehnten Unterstützung für schwule Männer und andere queere Menschen. Die Initiative wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Trägerverein hatte ersten Angriff verurteilt

Nach dem ersten Angriff hatte sich der Trägerverein Mann-O-Meter deutlich geäußert. In einer Mitteilung hieß es, der Vorfall richte sich „nicht nur gegen die Arbeit von ‚Maneo‘, sondern gegen die gesamte LGBTIQA+-Community und die Zivilgesellschaft, die sich täglich für Vielfalt, Respekt und Gewaltfreiheit einsetzt“. Zum aktuellen Vorfall gibt es zunächst keine neue Stellungnahme.

Die Polizei bittet mögliche Zeug:innen, sich zu melden. Besonders gefragt sind Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen in der Umgebung der Bülowstraße in der Nacht zum Freitag.

Laut Berliner Staatsanwaltschaft wurden im vergangenen Jahr 791 queerfeindliche Straftaten angezeigt. Expert:innen gehen jedoch von einer erheblich höheren Dunkelziffer aus, da viele Betroffene Vorfälle aus Angst oder Misstrauen gegenüber Behörden nicht melden.

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