[publishpress_authors_box layout="ppma_boxes_75184"]
HomeSzeneWienQwien: Neues Zentrum in Wien-Margareten offiziell eröffnet

Qwien: Neues Zentrum in Wien-Margareten offiziell eröffnet

In der Ramperstorffergasse hat Qwien, das Zentrum für queere Kultur und Geschichte, seine neuen Räume nun offiziell eröffnet. Auf 900 Quadratmetern wird queeres Leben in all seinen Facetten sichtbar.

Zwar ist Qwien bereits seit Mitte Juni 2025 an seinem neuen Standort in der Ramperstorffergasse geöffnet, doch gestern Abend gab es die offizielle Eröffnung. Durch den Umzug verfügt die Einrichtung nun über dreimal so viel Fläche wie zuvor. Auch das Team wurde verdoppelt: Acht Vollzeitkräfte arbeiten nun in den Bereichen Archiv, Forschung und Vermittlung.

Strukturelle Absicherung für Forschung und Vermittlung

Die Stadt Wien unterstützt den Ausbau langfristig mit Förderungen. Dadurch sind Archivarbeit, wissenschaftliche Projekte und Ausstellungen gesichert und können ausgebaut werden.

Qwien betreut wichtige Sammlungen, darunter das Archiv der Aids-Hilfe Wien und das Archiv der Österreichischen Liga für Menschenrechte. Hinzu kommen zahlreiche persönliche und institutionelle Nachlässe sowie eine Fachbibliothek mit mehr als 8.000 Titeln, darunter die größte Sammlung queerer Zeitschriften Österreichs.

- Werbung -

Neben der Archivarbeit bietet Qwien auch Bildungsprogramme, Praktikumsplätze und internationale Kooperationen. Das Zentrum ist Teil eines Netzwerks queerer Archive im deutschsprachigen Raum und arbeitet mit Universitäten in London, Zürich und Sydney zusammen.

Leitungsteam mit erweitertem Auftrag

Die Leitung von Qwien liegt bei Andreas Brunner und Hannes Sulzenbacher, die die Einrichtung aufgebaut haben. Harriet Leischko ist neu im Team und verantwortet seit einem Jahr die wirtschaftlichen Belange.

Sulzenbacher erklärt: „Mit der Eröffnung von Qwien machen wir queere Geschichte nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar und begreifbar – als Teil der Museumslandschaft und als Teil unserer Gegenwart.“ Brunner ergänzt: „Wir verstehen diesen Raum als Auftrag, unsere Arbeit zu vertiefen. Es geht um lebendige Forschung, die queeres Leben in seiner ganzen Vielfalt ernst nimmt.“

„Kultur darf auch künftig kein Luxus sein“

Leischko hebt die langfristige Finanzierung hervor: „Ebenso wichtig sind uns die faire Entlohnung der Mitarbeitenden und die Unterstützung durch Spenden. Kultur darf auch künftig kein Luxus sein.“

Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) betont: „Es geht darum, viele Menschen zu erreichen und queeres Leben dauerhaft im kulturellen Bewusstsein zu verankern.“ Thomas Weber, LGBTIQ+-Sprecher der NEOS Wien, ergänzt: „Wir brauchen Orte, an denen queere Stimmen nicht nur gesammelt, sondern auch erforscht und vermittelt werden.“

Qwien will ein Ort der Öffentlichkeit sein

Neben Archiv und Forschung ist Qwien ein Ort der Öffentlichkeit. Durch Stadtspaziergänge, Vorträge, Ausstellungen und digitale Formate werden die Inhalte einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Damit ist Wien nun Heimat eines einzigartigen Zentrums, das Wissenschaft, Kultur und Community-Arbeit verbindet und auch international Beachtung findet.

Das Zentrum in der Ramperstorffergasse 39/7 ist von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet, donnerstags sogar bis 20 Uhr.

Aktuelle Empfehlungen