Die Berliner Polizei wendet sich mit einer Fotofahndung an die Öffentlichkeit. Gesucht wird ein bislang unbekannter Mann, der am 6. Juli 2023 gegen 19:30 Uhr an einem queer- und frauenfeindlichen Angriff in der Reichenberger Straße in Kreuzberg beteiligt gewesen sein soll.
Laut Polizei war der Mann Teil einer Gruppe von vier Personen. Die Männer sollen zwei Frauen zunächst beleidigt und dann körperlich attackiert haben. Die damals 27 und 31 Jahre alten Betroffenen wurden zu Boden geschlagen und getreten. Dabei verlor die 27-Jährige kurzzeitig das Bewusstsein. Die 31-Jährige erlitt eine Platzwunde und Schmerzen.
Polizei bittet um Mithilfe der Bevölkerung
Die Ermittler:innen fragen nun: Wer kennt den auf den Fotos abgebildeten Mann? Wer hat ihn vor, während oder nach der Tat gesehen? Wer kann Angaben zu seiner Identität oder seinem Aufenthaltsort machen?
Hinweise nimmt der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin unter der Telefonnummer +49 (0)30 4664-953528 entgegen. Zudem ist eine Kontaktaufnahme per E-Mail an lka535hinweis@polizei.berlin.de oder über die Internetwache der Polizei Berlin möglich. Auch jede andere Polizeidienststelle kann Hinweise aufnehmen.
Gewalt gegen queere Menschen nimmt zu
Der Angriff reiht sich in eine Serie queerfeindlicher Vorfälle in Berlin ein. Das Anti-Gewalt-Projekt Maneo registrierte allein im vergangenen Jahr 738 Hinweise auf Anfeindungen gegen queere Menschen in Berlin – ein trauriger Höchstwert seit der Gründung des Projekts im Jahr 1990. In den letzten Wochen wurde zudem das Maneo-Büro selbst zweimal Ziel von Angriffen.
Nach dem Vorfall im Juli 2023 organisierten queere Gruppen und Unterstützer:innen eine Demonstration gegen Queerfeindlichkeit in Berlin. Hunderte Menschen beteiligten sich daran, um ein Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen.

Für Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten gibt es in Berlin eigene Ansprechpartner:innen
Angehörige sexueller Minderheiten, die Opfer von Hasskriminalität geworden sind, können in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben.
Bei der Berliner Polizei gibt es zudem zwei Ansprechpersonen für LGBTI . Damit soll Angehörigen sexueller Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.

