HomeReligionChristentumNach queerer Wallfahrt: Bischöfe knien gegen „Entweihung“ des Petersdoms vor Marienstatue

Nach queerer Wallfahrt: Bischöfe knien gegen „Entweihung“ des Petersdoms vor Marienstatue

Mehrere konservative Geistliche kritisieren eine queere Pilgerfahrt nach Rom und sprechen von einer „Sünde gegen das sechste Gebot“.

Mit einem öffentlichen Gebet versuchten vier Bischöfe am Samstag, eine aus ihrer Sicht erfolgte „Entweihung“ des Petersdoms rückgängig zu machen. Diese soll im September während einer Pilgerfahrt für queere Christen erfolgt sein. Wie die Zeitung Nederlands Dagblad berichtete, versammelten sich die Geistlichen in Pittsburgh zu einer „Gebetsaktion der Wiedergutmachung“.

Öffentliche Bußzeremonie in den USA

An dem Gebet nahmen der ehemalige US-Bischof Joseph Strickland, der kasachische Weihbischof Athanasius Schneider, der emeritierte Schweizer Weihbischof Marian Eleganti und der niederländische Weihbischof Rob Mutsaerts teil. Während der Zeremonie knieten die vier Geistlichen vor einer Marienstatue und sprachen ein ausführliches „Gebet der Wiedergutmachung“.

Darin baten sie Gott, ihr Gebet „für das Gräuel, das in der Ewigen Stadt begangen wurde – in diesem Jubeljahr und leider mit Zustimmung der Autoritäten des Heiligen Stuhls“ – anzunehmen. Laut einem Bericht richtete sich diese Aktion gegen eine im September im Rahmen des Heiligen Jahres in Rom stattgefundene Pilgerfahrt von katholischen Angehörigen der LGBTI-Community.

Scharfe Kritik an Kirchenleitung und seelsorglicher Praxis

In ihrem Gebet sprachen die Bischöfe wiederholt von „Unzucht” und „Sodomie”. Sie beklagten, dass die Heilige Pforte und die Basilika des heiligen Petrus als Plattform genutzt worden seien, um stolz für die Legitimierung von Sünden gegen das sechste Gebot einzutreten.

Weiter baten sie um Vergebung „für Geistliche, die unter dem Vorwand seelsorglicher Begleitung den Menschen die ewige Wahrheit deiner Gebote vorenthalten“, sowie „für alle, die Gotteslästerung begehen, indem sie behaupten, du hättest homosexuelle Empfindungen geschaffen“. Das Gebet endete mit den Worten: „O Herr, lass deine Kirche erneut erstrahlen – katholisch, frei und keusch.“

Die nun kritisierte Wallfahrt wurde im September von einer italienischen LGBTI-Gruppe organisiert. Sie richtete sich an nicht-heterosexuelle Katholik:innen und fand im Rahmen des Heiligen Jahres in Rom statt. Das Ereignis erhielt internationale Aufmerksamkeit, unter anderem, weil es vom Vatikan offiziell zugelassen wurde.

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