HomeNewsChronikSchwerer Verdacht gegen Berliner Drag-Queen Jurassica Parka

Schwerer Verdacht gegen Berliner Drag-Queen Jurassica Parka

Die Berliner Künstlerin steht im Zentrum von Ermittlungen wegen des Verdachts auf Besitz und Verbreitung kinderpornografischen Materials. Jurassica Parka betont, dass die Ermittlungen noch laufen. Die Staatsanwaltschaft erinnert an die Unschuldsvermutung.

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Drag-Queen Jurassica Parka wegen des Verdachts auf Besitz und Verbreitung kinderpornografischer Inhalte. Wie ein Sprecher der Behörde der Boulevardzeitung B.Z. bestätigte, durchsuchten Einsatzkräfte der Polizei Anfang Juli 2025 im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Wohnung der 46-jährigen Künstlerin in Berlin-Schöneberg.

Ermittlungen nach US-Hinweis

Der Hinweis kam von der US-amerikanischen Organisation National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC), einer 1984 gegründeten privaten Organisation.

„Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass die Durchsuchung dem Auffinden von Beweismitteln dient und sich im Laufe der Ermittlungen zeigen wird, ob sich der derzeitige Tatverdacht tatsächlich bestätigt – oder nicht“, betont ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Eine rechtliche Bewertung könne erst danach erfolgen, es gelte die Unschuldsvermutung.

Jurassica Parka äußert sich in Video

Kurz nach den Medienberichten veröffentlichte Jurassica Parka ein Video auf Instagram, in dem sie ohne Kostüm und Schminke zu sehen war. Darin sprach sie über ihre Suchterkrankung und den Kontrollverlust im vergangenen Jahr. „Der letzte Sommer war geprägt von Abstürzen und Kontrollverlust“, sagte Parka. Zugleich bestätigte sie, dass es ein „Ermittlungsverfahren wegen eines mutmaßlichen Onlinevergehens“ gegen sie gebe, über dessen Details sie sich nicht äußern könne.

Parka erklärte weiter, sie habe sich nach Beginn der Ermittlungen einer vertrauten Person aus der Szene anvertraut, die jedoch Informationen und Gerüchte über sie verbreitet habe: „Diese Person streut gezielt Gerüchte und Falschinformationen über mich. Das ist rufschädigend und fügt meinem beruflichen Umfeld einfach Schaden zu.“

Sie habe eine Therapie begonnen und wolle Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. „Es wäre schön, wenn ihr mich nicht sofort vorverurteilen würdet und nicht einfach jeden Scheiss glaubt, der über mich erzählt wird“, bat sie ihre Follower:innen. Zugleich kündigte sie an, vorerst keine Auftritte mehr zu absolvieren, um sich auf ihre Gesundheit zu konzentrieren.

Kaum Reaktionen aus der Szene

Die Vorwürfe haben in der queeren Community Berlins für Unruhe gesorgt. Jurassica Parka ist seit Jahren eines der bekanntesten Gesichter der Drag-Szene. Im Kreuzberger BKA-Theater moderiert sie seit über zehn Jahren die Talkshow „Paillette geht immer“, in der regelmäßig prominente Gäste auftreten. 

Zudem organisierte sie im SchwuZ die Partyreihe „Popkicker“. Auf der Website des SchwuZ sind aktuell keine Hinweise auf die Künstlerin mehr zu finden. Kolleg:innen und Wegbegleiter:innen haben sich bislang kaum öffentlich geäußert. Die Ermittlungen dauern an, es gilt die Unschuldsvermutung.

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