Mitten in der Debatte um die Teilnahme Israels am kommenden Eurovision Song Contest hat ORF-Generaldirektor Roland Weißmann zu Besonnenheit aufgerufen. Der Wettbewerb solle sich, so Weißmann, „auf seine Ursprungsidee ‚United by Music‘ besinnen“. Er betonte: „Es ist keine politische, sondern eine musikalische Veranstaltung.“
Im Zuge des Gaza-Krieges hatten mehrere Länder – darunter Spanien, die Niederlande und Irland – angekündigt, ihre Teilnahme zu überdenken, falls Israel antreten dürfe. Vorübergehend plante die European Broadcasting Union (EBU) sogar eine Abstimmung über die Zulassung Israels. Diese wurde jedoch verworfen. Stattdessen soll nun im Dezember bei der regulären Generalversammlung diskutiert werden.
Diplomatie hinter den Kulissen
Bis dahin wollen Weißmann und der ORF-Stiftungsratsvorsitzende Heinz Lederer den Austausch intensivieren. Beide setzen auf „Fingerspitzengefühl“, wie Weißmann betonte. „Es ist die Zeit der Diplomatie – vor und hinter dem Vorhang“, sagte der ORF-Chef.
Laut Weißmann gebe es sowohl von offizieller österreichischer Seite als auch von der Stadt Wien Unterstützung für eine israelische Teilnahme. Mit EBU-CEO Noel Curran stehe er in „enger Abstimmung“. Auch international wolle man Überzeugungsarbeit leisten, um den Song Contest als verbindendes Ereignis zu erhalten.
Hoffnung auf breites Teilnehmerfeld
Weißmann zeigte sich optimistisch, dass das Jubiläum im kommenden Jahr ein starkes Teilnehmerfeld bringen werde. „Ich gehe davon aus, dass sehr viele Länder im Jubiläumsjahr teilnehmen werden“, sagte er. Ausschlaggebend wird die Generalversammlung am 10. Dezember sein, bei der endgültig festgelegt wird, welche Länder beim Bewerb in Wien dabei sind.
Besonders im Fokus steht dabei die Haltung der sogenannten „Big Five“ – Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien –, die einen großen Teil des Budgets tragen und automatisch für das Finale qualifiziert sind. Diese Länder tragen einen großen Teil des Budgets und sind automatisch für das Finale qualifiziert.
Ein möglicher Rückzug einzelner Staaten würde laut Weißmann „kein großes finanzielles Risiko“ darstellen. „Sollten ein oder zwei Länder nicht teilnehmen, ist es absolut stemmbar“, betonte er. Trotzdem sei das Ziel, dass möglichst viele Länder gemeinsam auf der Bühne stehen – vereint durch Musik.

