HomePolitikInternationalUSA: Zwei Islamisten wegen Anschlagsplänen auf queere Bars angeklagt

USA: Zwei Islamisten wegen Anschlagsplänen auf queere Bars angeklagt

US-Ermittler haben zwei junge Männer festgenommen. Laut Anklage sollen sie über Wochen mögliche Anschlagsziele in der Region Detroit im US-Bundesstaat Michigan ausgekundschaftet haben. Im Fokus stand dabei offenbar Ferndale, ein Zentrum des queeren Nachtlebens in Michigan.

Ermittler sichern Waffenarsenal und taktische Ausrüstung

Bei Razzien wurden nach Angaben des FBI mehrere Sturmgewehre, Pistolen, Schrotflinten, Rucksäcke, GoPro-Kameras sowie mehr als 1.600 Schuss Munition beschlagnahmt. Die Verdächtigen sollen regelmäßig auf Schießständen trainiert haben. Die Ermittlungen hatten sich über Wochen hingezogen, in denen das FBI verschlüsselte Chats auswertete, Observationen durchführte und Social-Media-Daten analysierte.

Laut Gerichtsunterlagen wurden die Männer wegen des Erhalts und der Weitergabe von Schusswaffen und Munition mit terroristischer Absicht angeklagt. Sie sind beide unter 21 Jahre alt und bleiben zunächst in Haft, bis ein Bundesgericht über ihre weitere Unterbringung entscheidet.

Hinweise auf islamistisch motivierte Planungen

Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Beschuldigten an der Ideologie des „Islamischen Staats” orientierten. In den ausgewerteten Chatprotokollen fanden sich Bezüge zu früheren Terroranschlägen in Europa sowie Verweise auf extremistische Inhalte. Ein Jugendlicher, in den Dokumenten als „Person 1” bezeichnet, soll Kontakt zu einem bekannten lokalen Prediger mit islamistischer Gesinnung gehabt haben.

Gespräche deuteten darauf hin, dass der Angriff möglicherweise zu Halloween erfolgen sollte. Die Verdächtigen sollen laut FBI den Begriff „Pumpkins“ als Codewort für das geplante Datum genutzt haben. Kurz vor dem Wochenende des 31. Oktober soll der Minderjährige eine religiöse Autorität um Rat gebeten haben, „eine gute Tat“ zu begehen. Er sei daraufhin zur sofortigen Tat ermutigt worden.

LGBTI-Community in Sorge

Die nördlich von Detroit gelegene Stadt Ferndale gilt als Leuchtturm für queere Sichtbarkeit in Michigan. Tausende Menschen besuchen jedes Jahr die Pride-Parade der Stadt. Entsprechend groß ist die Betroffenheit nach dem Bekanntwerden der Ermittlungen. Dave Coulter, früherer Bürgermeister und heutiger County Executive, sprach von einem „verstörenden” Fall und erinnerte an das Trauma nach dem Anschlag im Pulse-Nightclub in Orlando.

Vertreter:innen der Community fordern unterdessen verstärkte Sicherheitsmaßnahmen rund um queere Treffpunkte und Veranstaltungen in der Region. Die Behörden betonen, dass keine akute Gefährdungslage mehr bestehe, die Ermittlungen jedoch weiterliefen.

Vergleichbarer Fall in der Region

Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass die Bundespolizei mutmaßliche Anschlagspläne mit extremistischem Hintergrund in Michigan untersucht. Bereits im Frühjahr wurde ein Mann festgenommen, der einen Angriff auf eine Militäreinrichtung in der Region Warren vorbereitet haben soll, so die Ermittler. Die Behörden prüfen derzeit, ob zwischen den Fällen Verbindungen bestehen.

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