HomeNewsChronikAuto rast in LGBTI-Club: Vier Tote in Florida

Auto rast in LGBTI-Club: Vier Tote in Florida

Ein Auto raste in der Nacht auf Samstag in eine Menschenmenge und krachte in den Eingangsbereich eines bekannten queeren Clubs in Tampa. Die Polizei geht nicht von einem gezielten Angriff aus.

Bei einem tragischen Vorfall im Ausgehviertel Ybor City in Tampa im US-Bundesstaat Florida sind am frühen Samstagmorgen vier Menschen ums Leben gekommen. Ein Auto war mit hoher Geschwindigkeit von der Straße abgekommen, hatte über ein Dutzend Menschen auf dem Gehweg erfasst und war schließlich in den Eingang des LGBTI-Clubs „Bradley’s on 7th” gekracht. Mindestens 13 Personen wurden verletzt, zwei davon befinden sich laut Behördenangaben in kritischem Zustand.

Fahrer floh vor der Polizei

Laut Polizei ereignete sich der Vorfall im Rahmen einer Verfolgungsjagd. Beamte hatten in der Nacht zwei Fahrzeuge bei einem mutmaßlichen illegalen Straßenrennen beobachtet. Als die Polizei einen der Wagen stoppen wollte, beschleunigte dieser und flüchtete in Richtung Innenstadt.

Trotz Versuchen der Polizei, das Fahrzeug durch sogenannte „Box-Manöver” zu verlangsamen, verlor der Fahrer die Kontrolle. Es raste durch eine Kreuzung, erfasste mehrere Menschen, die sich vor dem Club aufhielten, und kam erst nach dem Aufprall am Eingang des Lokals zum Stehen.

Opferzahl steigt – Fahrer verhaftet

Drei Personen starben noch am Unfallort, eine weitere erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Laut Polizei werden sieben Verletzte im Krankenhaus behandelt. Zwei Personen wurden bereits entlassen, zwei weitere lehnten eine medizinische Versorgung ab.

Der Fahrer wurde noch am Tatort festgenommen. Ihm werden unter anderem vierfacher Totschlag im Straßenverkehr sowie vierfache schwere Fahrerflucht mit Todesfolge zur Last gelegt.

Clubbesitzer spricht von traumatischem Erlebnis

Bradley Nelson, der Inhaber von „Bradley’s on 7th“, äußerte sich am Samstag in einer schriftlichen Stellungnahme: „Dieses Ereignis war für mein gesamtes Team und mich sehr traumatisch. Unsere Gedanken und Gebete gelten den Familien der Getöteten und allen Verletzten.“

Er hob zudem das Verhalten seines Teams hervor: „Der Mut und die Hingabe, die sie in dieser schrecklichen Nacht und am folgenden Tag gezeigt haben, sind beispielhaft.“

Nelson betonte, dass der Club nicht nur ein Veranstaltungsort, sondern eine enge Community aus Mitarbeitenden und Gästen sei. „Unsere Kunden sind sehr loyal und haben Bradley’s zu dem gemacht, was es heute ist“, schrieb er in den sozialen Medien.

Kritik an Taktik der Polizei

Das Vorgehen der Polizei wird von einigen Beobachtern kritisiert. Eine Person, die mit der Tampa Bay Times sprach, warf den Einsatzkräften vor, die Situation unnötig eskaliert zu haben. Auch ein ehemaliger Polizeibeamter und Experte für Verfolgungsjagden stellte die zur Verlangsamung des Fahrzeugs eingesetzten Maßnahmen infrage.

Die Polizei betonte, dass es derzeit keine Hinweise darauf gebe, dass der LGBTI-Club gezielt angefahren wurde. Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache sowie zum Verhalten aller Beteiligten laufen.

Gedenkveranstaltung in Ybor City

Am Samstagabend versammelten sich auf Initiative der Gruppe „Pride of Tampa” über 100 Menschen zu einer Mahnwache mit Kerzen. Die Anwesenden gedachten der Opfer des Unfalls und bekundeten ihre Solidarität mit den Verletzten sowie dem Team des Clubs.

Die Polizei veröffentlichte zudem Luftaufnahmen des Vorfalls, die zeigen, wie sich zwei Autos bei hoher Geschwindigkeit gegenseitig überholen. Darauf ist zu sehen, wie das Fahrzeug plötzlich die Kontrolle verliert, in eine Gruppe von Menschen auf der Terrasse des Clubs fährt und schließlich gegen das Gebäude prallt.

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