Bei einem Auftritt im Wahlkampf zur Regionalwahl in Kampanien hat Italiens Vizepremier und Lega-Chef Matteo Salvini in Neapel erneut die Anerkennung von Regenbogenfamilien scharf abgelehnt. Er griff diese mit scharfen Worten an.
Angriff auf queere Eltern: „Keine Adoptionen, keine Regenbogenfamilien“
Er wiederholte seine Ablehnung jeglicher Form von Elternschaft für queere Menschen und bezeichnete das Konzept von „Elternteil 1 und Elternteil 2“ in offiziellen Dokumenten als „Unsinn“. Adoptionen durch homosexuelle Paare gebe es „nicht in meinem Land“, machte Salvini klar.
Zwar verkündete er: „Egal, ob hetero, homo, trans oder pansessuell – es lebe die freie Liebe!“ Doch dieser scheinbare Pluralismus endet für ihn dort, wo Kinder ins Spiel kommen: „Jeder soll lieben, wen er will, aber wir müssen die Kinder aus den Entscheidungen der Erwachsenen heraushalten.“
Gezielte Politik gegen queere Familien
Seit Jahren verfolgt die rechte Regierung in Rom eine Politik, die auf die Ausgrenzung sexueller Minderheiten abzielt – sowohl rechtlich als auch gesellschaftlich. Bereits im Jahr 2023 gab Innenminister Matteo Piantedosi einen Erlass heraus, dem zufolge Geburtsurkunden von Kindern mit zwei Müttern oder zwei Vätern von den Standesämtern zu überprüfen und gegebenenfalls zu widerrufen sind.
Die Folge ist, dass Regenbogen-Eltern ihre juristischen Rechte verlieren und ihre Kinder einen offiziell anerkannten Elternteil. Familien geraten so in rechtliche Unsicherheit, was schwerwiegende Auswirkungen auf den Alltag hat.
„Anti-Gender“-Kampagne zielt auf queere Community
Auch andere Maßnahmen der Regierung zielen eindeutig auf die Einschränkung queerer Lebensrealitäten ab. So hat das Parlament unter Mitwirkung der Lega und anderer rechter Parteien ein Gesetz verabschiedet, das Leihmutterschaft als internationales Verbrechen verfolgt – unabhängig davon, wo sie stattgefunden hat. Dadurch wird queeren Paaren im Ausland der Zugang zur Elternschaft massiv erschwert.
Parallel dazu läuft eine politische Kampagne gegen sexuelle Bildung und Diversität an Schulen. Ein „Anti-Gender“-Paket sieht vor, Aufklärungsangebote praktisch zu verbieten, LGBTI-Organisationen von Schulen auszuschließen und die Zustimmung der Eltern einzuholen, bevor Themen wie sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität im Unterricht behandelt werden.
LGBTI-Organisationen schlagen Alarm
Für viele queere Menschen in Italien bedeutet dies eine systematische Entwertung ihrer Lebensweise. Menschenrechtsorganisationen warnen vor einer zunehmenden Stigmatisierung und Unsicherheit sowie einer Atmosphäre staatlicher Feindseligkeit. Besonders betroffen sind Kinder in Regenbogenfamilien, denen durch politische Entscheidungen grundlegende Rechte entzogen werden.
Trotz internationaler Kritik setzt die Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ihre Politik fort. Salvini bleibt dabei eine der lautesten Stimmen – mit einem klaren Ziel: die Einschränkung von Sichtbarkeit, Rechten und gesellschaftlicher Teilhabe für queere Menschen in Italien.

