[publishpress_authors_box layout="ppma_boxes_75184"]
HomePolitikInternationalEntlassung wegen Regenbogenflagge? FBI-Trainee klagt Direktor Patel

Entlassung wegen Regenbogenflagge? FBI-Trainee klagt Direktor Patel

David Maltinsky stand kurz davor, seinen Traum zu verwirklichen. Nach 16 von 19 Ausbildungswochen an der FBI-Akademie war ihm bereits eine Stelle im Field Office Seattle zugewiesen worden. Doch dann kam die plötzliche Wende. Eines Abends wurde er aus seiner Trainingsgruppe geholt und zu einem Gespräch mit leitenden Beamten zitiert. Dort überreichte man ihm ein Schreiben, das von FBI-Direktor Kash Patel unterzeichnet war. Der Inhalt: seine sofortige Entlassung.

FBI unter Trump: Symbolpolitik statt Qualifikation?

Laut Maltinsky lautete die offizielle Begründung für die Entlassung „politische Symbolik“ am Arbeitsplatz. Damit sei eine kleine Regenbogenflagge gemeint gewesen, die er über Jahre hinweg an seinem Schreibtisch im FBI-Büro in Los Angeles angebracht hatte. Die Flagge war ihm 2021 für sein Engagement im Bereich Diversität von seinem damaligen Vorgesetzten überreicht worden.

„Klar war das nicht wegen meiner Arbeit, sondern wegen dem, was ich bin und wofür ich stehe“, sagte Maltinsky gegenüber der New York Times . Sein Vergehen: Er hatte sich seit dem Anschlag auf den queeren Nachtclub „Pulse“ im Jahr 2016 intensiv für LGBTI-Anliegen innerhalb der Behörde engagiert.

- Werbung -

Klage gegen FBI-Direktor und Behörde

Wie die „New York Times weiter berichtet, reichte Maltinsky am Mittwoch Klage beim Bundesgericht in Washington ein. Er fordert seine Wiedereinstellung an der Akademie und bezeichnet die Entscheidung der Behördenleitung als „politisch motiviert und diskriminierend“. In der Klageschrift wird Direktor Patel beschuldigt, eine ideologisch gesteuerte Personalpolitik zu betreiben, welche dem öffentlichen Sicherheitsauftrag des FBI schade.

„Diese Entlassung zeigt, dass die aktuelle Führung bereit ist, die eigene Ermittlungsarbeit zu sabotieren, nur um politische Signale zu setzen“, sagte Anwalt Christopher M. Mattei, der Maltinsky juristisch unterstützt. Das FBI selbst hat bisher keine Stellungnahme zu dem Fall abgegeben.

Hintergrund: FBI-Umbau unter neuer Trump-treuer Leitung

Seit Kash Patel im Februar die Leitung des FBI übernommen hat, kommt es laut internen Berichten vermehrt zu Entlassungen von Mitarbeitenden. 

Unter den Betroffenen sollen sich auch langjährige Agenten befinden, die sich gegen politische Einflussnahme gewehrt oder in Ermittlungen mit Bezug zu Donald Trump gearbeitet haben.

Jahrelanges Engagement – dann plötzliche Kehrtwende

Maltinsky begann im Jahr 2009 als technischer Assistent im Bereich Cyberkriminalität im FBI-Büro Los Angeles. Er unterstützte unter anderem die Ermittlungen im Zusammenhang mit nordkoreanischen Hackerangriffen auf Sony Pictures. Nach dem Massaker in Orlando übernahm er freiwillig Aufgaben im Bereich Diversität und Gleichstellung. Danach hing seine Pride-Flagge gut sichtbar an seinem Arbeitsplatz – neben Kaffeetasse und TV-Figuren.

Laut der Klage wurde erst nach Trumps Wiederwahl im Jahr 2024 eine anonyme Beschwerde über die Flagge eingereicht. Maltinskys damaliger Vorgesetzter wies ihn zwar darauf hin, betonte jedoch, die Flagge sei „völlig zulässig und angemessen“ gewesen.

Abschied mit klaren Worten

Nach seiner Entlassung verabschiedete sich Maltinsky per Chatnachricht von seinen 48 Trainingskolleg:innen: „Ich habe es geliebt, hier zu arbeiten und euch kennenzulernen. Mein Kapitel ist vielleicht zu Ende, aber eures beginnt jetzt. Seid stark. Werdet die Führungskräfte, die das FBI verdient.“

Ein Mitarbeiter der Akademie bot ihm an, noch eine Nacht zu bleiben. Maltinsky lehnte ab. „Ich hatte das Gefühl: Wenn ihr mich hier nicht wollt, dann gehe ich sofort“, sagte er.

Aktuelle Empfehlungen