Am Montag hat vor dem Landgericht Hamburg der Prozess gegen zwei Angeklagte im Alter von 26 und 27 Jahren begonnen. Sie sollen im Juni 2025 einen 28-jährigen Mann in eine Falle gelockt, mit einer Machete bedroht und ausgeraubt haben. Das Treffen kam über eine Dating-App zustande.
Der 28-Jährige hatte sich mit dem 27-jährigen Angeklagten in einem Hochhaus am Dahlgrünring im Stadtteil Wilhelmsburg verabredet. Die beiden fuhren gemeinsam in den 13. Stock. Dort wartete bereits der zweite Angeklagte – nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Komplize des „Dates“. Er soll mit einer Machete bewaffnet gewesen sein.
Opfer: „Ich habe um mein Leben gefleht“
Die beiden Angeklagten forderten Handy, Uhr, Bargeld, Bankkarten und die Autoschlüssel des Opfers. Sie drohten dem Opfer mit der Machete. Der 28-Jährige wurde außerdem gezwungen, Gegenstände aus seinem Auto herauszugeben. „Ich habe um mein Leben gefleht“, sagte er am Montag im Gerichtssaal. Seit dem Überfall ist er arbeitsunfähig und leidet unter Panikattacken.
Die Polizei hatte bereits kurz nach der Tat Ermittlungen eingeleitet. Da Hinweise auf ein mögliches queerfeindliches Tatmotiv vorlagen, übernahm der Staatsschutz den Fall. Die Ermittler vermuten, dass das Opfer gezielt wegen seiner sexuellen Orientierung ausgewählt wurde.
Angeklagte mit widersprüchlichen Aussagen
Am ersten Prozesstag machten die Angeklagten unterschiedliche Aussagen. Einer von ihnen bestritt, dass überhaupt eine Waffe im Spiel gewesen sei. Der andere erklärte, sein Komplize habe die Machete mitgebracht; davon habe er jedoch nichts gewusst. Eine Absprache über den Einsatz der Waffe habe es seiner Aussage nach nicht gegeben.
Beide Männer wurden am 17. Juli in Hamburg-Wilhelmsburg festgenommen. Die Polizei hatte zuvor Wohnungen durchsucht und Beweismittel sichergestellt. Die Auswertung dauert laut den Ermittlern weiterhin an.
Die beiden Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft. Der Prozess vor dem Landgericht Hamburg wird in den kommenden Tagen fortgesetzt.

